Hund hat Durchfall Hausmittel und Ursachen

Hund hat Durchfall – Grund zur Sorge? Ursachen & Hausmittel

Ein beliebtes Hausmittel ist das Verabreichen von Schonkost, welche in der Regel schnell & gut hilft, wenn Dein Hund Durchfall hat. Diese sollte mehrmals am Tag in kleinen Portionen verfüttert werden, anstelle einer großen Portion pro Tag. Biete Deinem Hund darüber hinaus reichlich Wasser an und beobachte, ob sich der Hundemagen von selbst wieder beruhigt.

Ist der Durchfall massiv und hält mehrere Tage an, dann sollte ein Tierarzt konsultiert werden! Meist ist der Durchfall jedoch nach etwa zwei Tagen Schonkost-Diät passé.

Ist der Durchfall sehr wässrig und blutig oder durch Erbrechen und Fieber begleitet, ist der Gang zum Tierarzt unabdinglich!

ACHTUNG: Tritt der Durchfall beim Hund auch noch nach 3 Tagen auf und es kommen noch andere Symptome, wie z.B. Fieber und Bauchschmerzen hinzu, dann musst Du unbedingt mit ihm zum Tierarzt gehen. Durchfall bei einem alten Hund oder bei einem Welpen ist sehr gefährlich. Hier solltest Du gleich am 1. Tag einen Tierarzt aufsuchen.

Im diesem Beitrag erläutern wir Dir alles was Du über Durchfall beim Hund wissen solltest, welche Hausmittel helfen und wann Du besser zum Tierarzt gehen solltest.

Einfache Mittel die gegen Durchfall beim Hund helfen

Was Du unbedingt beachten solltest wenn Dein Hund Durchfall hat

Durchfall ist keine Krankheit, sondern nur das Symptom dafür, dass etwas nicht stimmt. Durch den dünnflüssig gewordenen Kot verspürt Dein Hund vermehrt und auch ganz plötzlich den Druck, sich zu lösen. Dieser Druck kann dabei so stark werden, dass er nicht mehr einhalten kann und in die Wohnung macht. 

Du darfst dann bitte nicht mit ihm schimpfen oder ihn gar dafür bestrafen, denn er ist selbst sehr unglücklich darüber. In dieser Zeit solltest Du Deinen Hund gut beobachten und bei den ersten Anzeichen sofort mit ihm nach draußen gehen. Du könntest auch die Gartentür oder Balkontür offen lassen, damit er schneller raus kann und nicht in die Wohnung machen muss. 

TIPP: Wenn das nicht geht und Du Angst um Deine Teppiche hast, dann gibt es im Handel auch Einweg-Windeln für Hunde. Solche Windeln können sehr hilfreich sein, besonders wenn Du zur Arbeit gehen musst und Dein Hund ohne Aufsicht bleibt. 

Soforthilfe für Durchfall beim Hund

Hat Dein Hund außer Durchfall, keine oder nur milde Begleiterscheinungen, wie z.B. leichtes Fieber bis 39 Grad, dann kannst Du mit folgenden Maßnahmen gute Heilerfolge erzielen:

1. Fasten

Wenn Dein Hund gesund ist, sollte er bei akutem Durchfall 1 – 2 Tage fasten. Das bedeutet, dass er 1 – 2 Tage nur Wasser trinkt und nichts zum Fressen bekommt.

Dadurch kann die Energie, die sonst für die Verdauung vom Futter benötigt würde, in die Heilung gelenkt werden. Der Magen-Darm-Trakt kommt dadurch zur Ruhe und kann sich regenerieren. Länger als 2 Tage sollte ein gesunder Hund aber nicht fasten.

Alte Hunde und Welpen sollten gar nicht fasten.

2. Viel Wasser trinken

Bei einem plötzlichen Durchfall, auch Diarrhö genannt, kann es zu einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust beim Hund kommen. Besonders alte Hunde oder Welpen können dadurch schnell austrocknen und dann besteht Lebensgefahr.

Dieser Flüssigkeitsverlust muss schnell wieder ausgeglichen werden. Deshalb musst Du unbedingt dafür sorgen, dass Deine Fellnase zu jeder Zeit frisches Wasser trinken kann.

Vielleicht schaffst Du Dir einen automatischen Wasserspender für Deinen pelzigen Freund an.

3. Hygiene

Wenn Dein Hund unter Durchfall leidet, musst Du besonders auf die Hygiene achten.

Das heißt: Noch öfter gründliches Händewaschen. Flächen und Textilien, die mit Kot in Berührung kamen, sofort desinfizieren und reinigen. Häufigeres Auswaschen von Futternapf und Trinknapf mit heißem Wasser.

Dadurch wird die Heilung des Hundes unterstützt und gleichzeitig eine Infektion mit den Bakterien oder Parasiten bei Dir verhindert. 

4. Ruhe

Wegen des Durchfalls ist Dein Hund geschwächt und braucht viel Ruhe zum Gesundwerden. 

Das heißt: Keine wilden Spiele im Park und keine langen Wanderungen. Häufige, aber nur kurze und ruhige Gassigänge.

Wenn Dein Hund keine Lust hat, Gassi zu gehen, erfährst Du hier, was Du dagegen tun kannst.

Schonkost – bestes Hilfsmittel gegen Durchfall beim Hund

Nach der Soforthilfe durch Fasten und viel Wasser trinken, solltest Du für ca. 2 – 7 Tage ausschließlich leicht verdauliche Schonkost verfüttern.

Im Handel findest Du von verschiedenen Anbietern sehr gute Schonkost in Form von Alleinfutter.

Es wird auch spezielles Futter für die Behandlung von Durchfallerkrankungen angeboten. 

Wenn Du Zeit und Lust hast, kannst Du Deinem pelzigen Freund auch selbst ein Schonkost-Gericht kochen

Hier findest Du 5 leckere Schonkost-Rezepte für Deinen Hund.

Du solltest Deinem Hund jedoch nicht länger als 7 Tage Schonkost zum Fressen geben, weil darin nicht genügend Nährstoffe enthalten sind. Zur Schonkost kannst Du ihm außerdem etwas geriebenen Apfel oder zerdrückte Banane anbieten.

Wenn es Deinem Hund wieder besser geht, kannst Du nach und nach sein Alleinfutter zur Schonkost dazugeben und den Anteil stetig erhöhen. Nach ca. 1 Woche sollte sein Kot dann wieder gut geformt sein und dann gibt es auch wieder sein normales und gewohntes Futter. 

9 einfache Hausmittel die sehr gut helfen wenn Dein Hund Durchfall hat

Es muss nicht immer Chemie sein! Auch mit altbewährten Hausmitteln gegen Durchfall beim Hund kannst Du den Heilungsprozess beschleunigen. Damit seine Verdauung wieder normal funktioniert könntest Du folgende Nahrungsergänzungen unter sein Futter mischen:

Ballaststoffe

Die quellfähigen Fasern von Pflanzen saugen im Darm überschüssiges Wasser auf und verbessern so die Kotbeschaffenheit. Am besten eignen sich hierfür Kleie und Flohsamenschalen

TIPP: Die Darmflora verbessert sich auch schnell durch einen fein geriebenen, ungeschälten Apfel.

Gerbstoffe

Mit der Nahrung zugeführte Gerbstoffe sollen im Darm die Aufnahme von Keimen und Giftstoffen verhindern. Hier ist besonders die Eichenrinde zu empfehlen.

Toxinbinder

Die bekanntesten Giftstoff-Binder sind Aktivkohle und Bentonit. Beide Pulver nehmen Gifte im Darm auf, binden sie an sich und werden auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden.

Morosuppe

Vor über 100 Jahren behandelte Professor Moro seine Patienten mit einer Möhrensuppe gegen Durchfallerkrankungen. Diese Suppe hat sich auch bei Hunden bewährt und hilft sogar gegen die einzelligen Schmarotzer Giardien, die schwere Durchfälle auslösen können.

Durch die lange Kochzeit der Möhren entsteht ein Zuckermolekül, welches die Darmwand bezieht und so verhindert, dass Giardien dort andocken können. Bereits vorhandene Giardien verlieren ihren Halt, fallen ab und werden mit der Suppe ausgeschieden.

Durch die Morosuppe wird der Darm gereinigt und viele Darminfektionen, die sonst mit Antibiotika behandelt werden, können auf sanfte Weise geheilt werden.

Zubereitung:

  1. 1 kg Möhren waschen, schälen und kleinschneiden. In einen Topf geben und mit Wasser auffüllen, bis die Möhren bedeckt sind. Einmal richtig aufkochen lassen und danach noch 1 ½ Stunden köcheln lassen.
  2. Immer wieder das verkochte Wasser auffüllen, damit die Möhren bedeckt sind. Nach 1 ½ Stunden Kochzeit, die Möhren abgießen und den Saft auffangen.
  3. Möhren mit dem Pürierstab/Stabmixer fein pürieren und anschließend soviel vom aufgefangenen Saft hinzufügen, bis es die Konsistenz einer Cremesuppe hat. Abkühlen lassen und dem Hund VOR jeder Mahlzeit ein Schälchen voll von dieser Suppe geben. 

Reisschleim

Wenn Du Deinem Hund Reisschleim geben willst, musst Du darauf achten, dass der mit ganz viel Wasser so lange gekocht wird, bis er zu einem schleimigen Brei wird.

Dieser Brei legt sich bei Fütterung schützend auf die Magen- und Darmschleimhäute. Am besten eignet sich hierfür Milchreis.

Heilerde & Heilmoor

Heilerde und Heilmoor gehören zu den ältesten Heilmitteln und eignen sich sehr gut zur Darmsanierung beim Hund, nach einer Durchfallerkrankung.

Sie legen sich schützend auf die Darm-Schleimhäute und nehmen Giftstoffe auf, die dann auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden werden.

Kräuter

Auch die antibakterielle Eigenschaften von Kräutern können bei einer Darmsanierung genutzt werden. Hierzu gehören z.B.: Beifuß, Petersilie, Salbei und Thymian.

Joghurt und Sauerkraut

Durch die enthaltenen Milchsäurebakterien fördern sie das Wachstum von gesunden Bakterienstämmen im Verdauungstrakt. Sie sind ebenfalls sehr gut zur Darmsanierung geeignet.

Hund hat Durchfall – wann zum Tierarzt?

Hat ein alter Hund oder ein Welpe Durchfall, dann solltest Du sofort, noch am selben Tag, mit ihm zum Tierarzt gehen. Der Tierarzt kann feststellen, ob es sich z.B. um eine Vergiftung, eine Infektion oder um eine organische Erkrankung handelt.

Wenn noch folgende Symptomatik zum Durchfall dazukommt, solltest Du ebenfalls sofort einen Tierarzt zu Rate ziehen:

Du kannst Deinem Tierarzt bei der Diagnose helfen, indem Du eine Kot-Probe mitbringst & folgende Angaben machen kannst:

  • Art des Futters
  • Fütterungszeiten
  • Zeitpunkte wann Durchfall auftritt
  • Farbe des Durchfalls
  • Beschaffenheit des Durchfalls – schleimig, blutig, unverdautes Futter
  • Häufigkeit des Durchfalls

Der Tierarzt wird den Kot auf Parasiten und Bakterien untersuchen und eine Blutuntersuchung vornehmen.

Außerdem wird er Schonkost für den Hund empfehlen und Nahrungsergänzungsmittel und gegebenenfalls Medikamente gegen Durchfall beim Hund verschreiben.

Ursachen – warum Dein Hund Durchfall hat

Es gibt viele Ursachen dafür, dass Dein Hund Durchfall hat. Die häufigsten Ursachen führen wir nachstehend auf:

Allergie

Eine Futterallergie ist meist eine chronische Erkrankung, die für häufigen Durchfall sorgt. Hat der Hund eine Futterallergie oder Futterunverträglichkeit entwickelt, darf er nur noch mit einem speziellen Allergiefutter gefüttert werden.

Falsches Futter

Frisst der Hund verdorbene Nahrungsmittel, wie z.B. verwesendes Fleisch, verweste Knochen oder Kot, kommt es oft zu Durchfallerkrankungen. Auch minderwertiges Hundefutter, stark gewürztes Essen und unverträgliche Nahrungsmittel wie z.B. Tomaten, können zu Durchfall beim Hund führen. 

Futterumstellung

Wenn der Hund von handelsüblichem Trockenfutter oder Nassfutter auf das artgerechte BARFEN umgestellt wird, kann es bei der Umstellung anfangs zu Durchfall kommen. 

Über das BARFEN erfährst Du hier mehr.

Aber auch schon eine plötzliche Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter kann der Grund für Durchfall sein.

Infektionen

Bakterien, Viren, Pilze, etc. können eine Entzündung des Verdauungstraktes auslösen.

Medikamente

Bekommt Dein Hund Schmerzmittel oder wurde er mit Antibiotika behandelt? Oder wurde gerade eine Wurmkur bei ihm durchgeführt? Die Reaktion darauf ist häufig ein heftiger Durchfall.

Organische Erkrankungen

Ursache für einen Durchfall kann z.B. auch eine Autoimmunerkrankung, Bauchspeicheldrüsen-Entzündung (Pankreatitis), Nierenprobleme oder Lebererkrankung sein.

Parasitenbefall

Würmer und Einzeller (Giardien) können bei einem Befall des Verdauungstraktes schlimme Entzündungen mit heftigem Durchfall auslösen.

Hier erfährst Du, wie Du Deinen Hund entwurmen kannst.

Stress

Durch Aufregung und ungewohnte Situationen können sehr sensible Hunde Durchfall bekommen. Auch wenn Dein Hund Schmerzen oder große Angst hatte, kann sein Körper darauf mit Durchfall reagieren.

Vergiftung

Ausgelegte Gifte, wie z.B. das gefährliche Schneckenkorn, oder auch Giftköder können eine tödliche Vergiftung hervorrufen. Wir empfehlen Dir, Dich über das Anti-Giftköder-Training zu informieren.

Vorbeugende Maßnahmen – so verhinderst Du Durchfall beim Hund

Du kannst auch vorbeugend einige Dinge beachten, damit Dein pelziger Freund keinen Durchfall bekommt:

Nur geeignetes Futter geben

Gib Deinem Hund keine Essensreste, kein Würstchen vom Grill, keine Scheibe Wurst, keine Süßigkeiten. Auch wenn es schwer fällt, gib ihm nur hochwertiges und artgerechtes Futter. Hier findest Du 39 Hundefutter-Rezepte zum selber kochen!

Futternapf und Trinknapf regelmäßig reinigen

Lass keine Futterreste im Napf stehen und sorge dafür, dass das Wasser in seinem Napf immer frisch ist.

Anti-Giftköder-Training

Dieses kostenlose Training hilft dabei, dass Dein Hund nicht alles frisst, was er findet. Es könnte sich um ausgelegte Giftköder, Dünger, Pflanzenschutzmittel oder giftige Pilze handeln.

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