Hund bellt aus Angst und Unsicherheit Menschen an

Dein Hund bellt Menschen an? – 11 einfache Tipps zum Abgewöhnen

Wenn Dein Hund beim Gassigehen Menschen anbellt oder wenn er jeden Deiner Besucher anbellt, dann ist das für alle Beteiligten sehr unangenehm. Besonders, wenn Dein Hund dabei noch ein aggressives Verhalten zeigt.

Dieses unerwünschte Verhalten solltest Du ihm möglichst schnell abgewöhnen. Aber dafür musst Du zuerst den Grund herausfinden, nämlich: Warum bellt mein Hund Menschen an?

Im folgenden Bericht erläutern wir Dir warum ein Hund bellt und die häufigsten Ursachen, die Deinen Hund dazu veranlassen Menschen anzubellen.

Außerdem geben wir Dir viele einfache und hilfreiche Tipps, wie Du Deinem Hund das Anbellen von Menschen abgewöhnen kannst. Mit etwas Geduld wirst Du dann bald wieder ganz entspannt und ohne Bellerei mit ihm spazieren gehen können.

Warum bellt mein Hund andere Menschen an, wenn sie ihn ansprechen?

Warum bellt ein Hund eigentlich?

Zuerst muss erst einmal gesagt werden, dass das Bellen ein ganz natürliches Verhalten vom Hund ist. Er kann nur durch das Bellen kommunizieren und so seine Gefühle wie Freude, aber auch Angst, Unsicherheit oder Aggression ausdrücken.

Durch sein Bellen kann der Hund vor Gefahren warnen, aber auch auf seine Bedürfnisse aufmerksam machen, wenn er z.B. Schmerzen hat, Gassigehen möchte, Hunger oder Durst hat, etc.

Einige Rassen bellen auch bedeutend häufiger als andere, wie z.B. Schäferhunde, Terrier, Chihuahuas, Schnauzer, etc.

Die häufigsten Ursachen, warum ein Hund Menschen anbellt

Wenn ein Hund Menschen anbellt, dann kann das die verschiedensten Ursachen haben und muss auch nicht immer böse gemeint sein.
 
Die häufigsten Gründe dafür haben wir nachstehend aufgelistet:

Angst

Wenn Dein Hund nicht bereits als Welpe bei Dir war, sondern z.B. in einem Tierheim aufgewachsen ist, dann könnte er durch schlechte Erfahrungen mit Menschen ein Traumata entwickelt haben. Aus diesem Grund könnte er später ähnlich aussehende Menschen vor lauter Angst anbellen.

Hier erfährst Du, welche häufigen Ursachen Angst beim Hund auslösen und wie Du Deinem Hund diese Angst nehmen kannst.

Dominanzverhalten

Es müssen nicht immer fremde Menschen sein, die vom Hund angebellt werden. Wenn die Rangordnung innerhalb einer Familie nicht ganz klar geregelt ist, kann es sein, dass der Hund auch ein Familienmitglied anbellt. In diesem Fall glaubt der Hund, dass er diesem Familienmitglied im Rang höher gestellt ist.

Freude

Sehr viele Hunde bellen vor lauter Freude, wenn sie ein Familienmitglied wiedersehen und dazu muss nicht unbedingt viel Zeit vergangen sein. Bei dieser Willkommensfreude werden auch bekannte Menschen freudig angebellt.

Frust

Zum Frustbellen beim Hund kann es kommen, wenn er ein Geräusch an der Tür wahrnimmt und glaubt, dass nun gleich ein geliebter Mensch kommt. Wenn es dann aber nur ein Fremder ist, wird der Hund enttäuscht sein und vor lauter Frust anfangen zu Bellen.

Langeweile

Wenn ein Hund sich langweilt, z.B. weil er nicht ausgelastet ist, kann er auch nur so zum Zeitvertreib bellen.
Hier erfährst Du, wie Du deinem Hund die Langeweile vertreiben kannst.

Revierverhalten

Die meisten Hunde sind sehr aufmerksame Rudeltiere. Sie wollen ihren Familienverband durch lautes Bellen warnen und ihr Revier vor Eindringlingen schützen.

Besonders häufig betroffen von diesem Revierverhalten sind die Postboten. Der Postbote kommt zum Haus und der Hund bellt ihn an. Nachdem der Postbote die Post in den Briefkasten geworfen hat, verlässt er das Grundstück wieder. Der Hund glaubt nun, dass er den Postboten mit seiner Bellerei aus seinem Revier erfolgreich vertrieben hat.

Besonders unangenehm ist dieses Revierverhalten vom Hund, wenn es übersteigert ist. Wenn der Hund einen Besucher z.B. nicht nur beim Eintreten in die Wohnung anbellt, sondern die ganze Zeit seiner Anwesenheit.

Warum bellt mein Hund Besuch und Freunde an?

Warum bellt der Hund nur ganz bestimmte Menschen an?

Wenn Du Deinem Hund das Anbellen von Menschen abgewöhnen möchtest, bedarf es vorher Detektivarbeit.
 
Du musst ihn genau beobachten und folgendes herausfinden:

1. Welche Menschen bellt er an?

Sind es Frauen, Kinder oder Männer.

2. Tragen die Personen die gleiche Kleidung?

Vielleicht Mäntel, Hüte, Röcke, etc.

3. Haben die Personen gleiche Merkmale?

Männer mit Bart, Frauen mit Pferdeschwanz, etc

4. Ab welcher Distanz wird gebellt?

Schon von weitem oder erst in direkter Nähe?

5. Liegt es eventuell an einer Farbe?

Eine rote Tasche, ein schwarzer Schirm, etc.

6. Ist es vielleicht die Fortbewegungsart?

Fahrradfahrer, Skater, Jogger, etc.

Es könnte sein, dass Dein Hund mit bestimmten Personen schon schlechte Erfahrungen gesammelt hat:

  • Ein Fahrradfahrer, der ihn angefahren hat?
  • Ein Jogger, der ihn getreten hat?
  • Ein Spaziergänger, der ihn mit dem Schirm geschlagen hat?

Wenn Du herausgefunden hast, welche Personen Dein Hund anbellt, dann könntest Du bei einem Zusammentreffen versuchen, Deinen Hund durch laute Kommandos, wie z.B. "Platz", "Sitz", "bei Fuß", etc. abzulenken.

Wie gewöhne ich meinem Hund Menschen anbellen ab?

11 einfache Tipps damit Dein Hund keine Menschen mehr anbellt

Dein Hund bellt Menschen an beim Gassigehen oder bellt auch zu Hause? Das solltest Du nicht dulden.
 
Folgende Tipps zeigen Dir, wie Du es ihm schnell abgewöhnen kannst:

1. Immer die Ruhe bewahren

Wenn Dein Hund Menschen anbellt, dann solltest Du nicht laut mit ihm schimpfen, sondern ruhig und bestimmt mit ihm sprechen.

Solltest Du jetzt nämlich ebenfalls aggressiv werden, wird die Reaktion vom Hund nur noch verstärkt. Der Hund könnte nämlich glauben, dass Du ebenfalls mit dem angebellten Menschen schimpfst.

Nur durch ein ruhiges Verhalten kannst Du die angespannte Situation entschärfen und Deinem Hund signalisieren, dass kein Grund zum Bellen vorliegt.

2. Wenn nur bestimmte Personen angebellt werden

In diesem Fall kannst Du Deinen Hund ablenken, möglichst schon bevor er selbst diese Personen wahrnimmt.

3. Ängstlicher Hund bellt Menschen an? Unsicherheit ernst nehmen!

Wenn Dein Hund aus Unsicherheit oder Angst Menschen anbellt, dann solltest Du seine Angst ernst nehmen und ruhig mit ihm reden.

Bei einem ängstlichen und verunsicherten Hund hilft oft keine Ablenkung. Am besten gehst Du dann ohne Aufregung auf Abstand von dem angstauslösenden Menschen.

4. Abbruchsignal einüben

Du könntest ein Abbruchsignal mit Deinem Hund einüben. Jedes Mal wenn er bellt, sagst Du das Abbruchsignal, z.B. "Still" oder "Schweig". Hört Dein Hund dann auf zu bellen, bekommt er ein Leckerli.

5. Entspannungssignal einüben

Es kann auch sehr hilfreich sein, wenn Du mit Deinem Hund ein Signalwort zur Entspannung einübst. Immer wenn Du Deinen Hund streichelst oder ihn massierst, sagst Du ein bestimmtes Wort, z.B. "Ruhig".

Nach einer Weile wird Dein Hund dieses Wort mit einer entspannten Situation verbinden. Wenn Du dieses Wort dann in aufregenden Situationen sagst, wird Dein Hund ruhiger und bellt im besten Fall nicht mehr.

6. Den Hund selbstbewusster machen

Du kannst das Selbstbewusstsein Deines Hundes stärken, wenn Du ihn häufiger in Situationen bringst, die für ihn beunruhigend sind.

Er wird auf diese Weise langsam daran gewöhnt, verliert seine Angst und wird weniger oft bellen.

7. Dem Hund Sicherheit vermitteln

Zeig Deinem Hund, dass er sich immer auf Dich verlassen kann. Ignoriere also sein Bellen nicht, sondern beruhige ihn mit leisen und liebevollen Worten.

8. Der Hund spürt Deine Reaktion auf andere Menschen

Wenn Du freundlich, ohne Angst und Misstrauen auf andere Menschen zugehst, spürt das Dein Hund und bleibt ebenfalls ganz locker. Da Hunde sehr einfühlsame Wesen sind, spüren sie sofort, wenn Du bei einer Begegnung ängstlich wirst.

Sie reagieren dann ebenfalls verunsichert und bellen diesen anderen Menschen an.

9. Leckerlis helfen immer

Wenn Du bemerkst, dass Dein Hund gleich bellen wird, dann könntest Du es dadurch verhindern, dass Du ihn beim Namen rufst und ihn mit einem Leckerli ablenkst.

10. Ultraschall gegen das Bellen

Viele Hundehalter sehen die Verwendung vom Ultraschall-Antibell-Trainer skeptisch, andere Menschen schwören jedoch auf diese einfache Lösung.

Wenn der Hund unerwünschtes Verhalten zeigt, wie z.B. das Anbellen von Menschen, genügt ein kurzer Knopfdruck und es ertönt ein ungefährlicher Ultraschall-Ton. Dieser Ton gefällt dem Hund nicht und er hört auf zu Bellen.

Diesen Ultraschall-Ton kann der Mensch nicht wahrnehmen.

11. Hilfe vom Profi annehmen

Einige Hunde brauchen allerdings professionelle Hilfe, damit sie sich das Anbellen von Menschen abgewöhnen können.

Ein aufgeschlossener Tierarzt oder ein Tierpsychologe kann Dir und Deiner Fellnase dann bestimmt weiterhelfen.

Auch die Teilnahme in einer Online-Hundeschule hat schon häufig den gewünschten Erfolg gebracht.

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