Mein Hund trinkt nicht mehr - was tun?

Warum trinkt mein Hund nicht mehr? Was tun? Ursachen & Lösung

Dein Hund will oder kann nicht mehr trinken? Hier findest Du alle möglichen Ursachen & 9 hilfreiche Tipps, wenn Hunde zu wenig trinken!

Wenn Dein Hund nur ab und zu das Trinken verweigert, besteht noch kein Grund zur Sorge. Will er aber nach 24 Stunden immer noch nichts trinken, dann solltest Du unbedingt einen Tierarzt zu Rate ziehen, denn es droht eine Dehydrierung (Austrocknung) mit anschließendem Multi-Organversagen.

Der Tierarzt kann Deinem Hund im Notfall die nötige Flüssigkeit per Infusion zuführen. Die Kosten, die dafür entstehen können, kannst Du der Tierarzt-Kosten-Tabelle für Hunde entnehmen.

ACHTUNG: Wenn der Hund 48 Stunden nichts trinkt, besteht akute Lebensgefahr für ihn.

INHALTSVERZEICHNIS:

Im folgenden Bericht erfährst Du, woran Du eine Dehydration beim Hund erkennen kannst und welche Gründe schuld daran sein können, dass Dein Hund nicht mehr trinken will. Außerdem geben wir Dir 9 hilfreiche und sehr einfache Tipps, wie Du Deinen Hund mit kleinen Tricks wieder zum Trinken animieren kannst.

Dehydrierter Hund der nicht trinkt

Hund trinkt nicht mehr – wie Du eine Dehydration erkennen kannst

Ein Hund benötigt pro Tag ca. 50ml – 100ml Wasser pro Kilogramm Gewicht. Hunde, die mit Nassfutter oder mit dem artgerechten Barfen gefüttert werden, benötigen weniger Wasser als Hunde, die mit Trockenfutter ernährt werden.

Ein Hund mit einem Gewicht von 10 Kilogramm benötigt demnach täglich folgende Menge Wasser:

500ml (½ Liter) bei Nassfutter
1.000ml (1 Liter) bei Trockenfutter

Nimmt der Hund längere Zeit kein Wasser auf, droht eine Dehydration, die Du an folgenden Merkmalen erkennen kannst:

  • Dunkler Urin beim Hund

Wenn der Urin vom Hund von auffällig dunkler Farbe ist und intensiv riecht, ist das ein Zeichen von Austrocknung. Normalerweise besteht sein Urin aus 95% Wasser, ist von heller Farbe und riecht nicht stark.

  • Hund hat trockene Mundschleimhaut/Schnauze

Du kannst eine Dehydration an der Mundschleimhaut erkennen, wenn Du die Lefzen anhebst und mit einem Finger vorsichtig auf das Zahnfleisch drückst. Normalerweise verfärbt sich das Fleisch dann durch den Druck weiß und sobald Du den Finger wieder wegnimmst färbt es sich binnen 2 oder 3 Sekunden wieder rosa.

Liegt eine Dehydration beim Hund vor, bleibt die Druckstelle längere Zeit weiß. Außerdem ist die Mundschleimhaut nicht mehr feucht und glänzend, sondern trocken und matt und der Hund hat eine trockene Nase.

  • Nacken-Hautfalten-Test beim Hund

Wenn Du die Haut im Nacken vorsichtig hochziehst und dann wieder loslässt, sollte sich diese Nackenfalte schnell wieder glätten. Bleibt sie dagegen stehen, ist das ein eindeutiges Zeichen einer Dehydration.

Warum trinkt mein Hund nicht mehr?

Warum trinkt mein Hund nicht? 7 mögliche Ursachen

Wann trinkt ein Hund nicht mehr? Es gibt viele verschiedene Ursachen warum ein Hund nicht trinken will oder kann. Aber ganz egal welcher Grund bei Deinem Hund vorliegt, wenn er nicht mehr trinkt, solltest Du umgehend mit ihm zum Tierarzt gehen.

Die häufigsten Gründe, warum ein Hund nicht mehr trinkt, haben wir für Dich aufgeführt:

1. Probleme bei der Hundefutter-Umstellung

Wenn Du Deinem Hund ein neues Trockenfutter oder Nassfutter geben möchtest, solltest Du dies langsam und über einen längeren Zeitraum vornehmen. Am besten verringerst Du den Anteil vom gewohnten Futter langsam und erhöhst gleichzeitig den Anteil vom neuen Futter.

Geht der Futterwechsel nämlich zu schnell, kann es dazu führen, dass der sensible Magen-Darm-Trakt vom Hund das neue Futter noch nicht richtig verarbeiten kann. Das neue Futter könnte auch zu ein Futterunverträglichkeit beim Hund geführt haben. Der Hund hat Blähungen, Durchfall oder Verstopfung und leidet dann unter Bauchschmerzen und Übelkeit und will deshalb nichts mehr trinken.

2. Impf-Nebenwirkung beim Hund

In seltenen Fällen kann es nach einer notwendigen Impfung zu einem akuten Impfschaden beim Hund kommen. Es können nach der Impfung Schmerzen, Fieber und Durchfall beim Hund auftreten. Diese Impf-Nebenwirkungen können so gravierend sein, dass der Hund nicht mehr trinkt.

3. Hund hat Angst vor dem Trinknapf

Einer der häufigsten Gründe dafür, dass Hunde nicht mehr trinken, ist ein falscher Trinknapf. Der Hund hat möglicherweise Angst vor seinem Trinknapf, weil er den Napf mit einem unerfreulichen Erlebnis verbindet. Vielleicht hat sich der Hund einmal sehr erschrocken, als der Napf aus Metall mit lautem Scheppern herunter gefallen ist. Oder der Hund hat sich erschrocken, weil dieser Napf beim Trinken unangenehme Geräusche macht. Ein Metallnapf ohne Gummifüßchen quietscht z.B. wenn er über den Boden geschoben wird.

Es könnte auch sein, dass der Hund vor der Spiegelung im Metall Angst hat. Ein ängstlicher Hund wird fortan nicht mehr aus dem Napf trinken wollen, weil er sich vor ihm fürchtet. Du solltest Deinen Hund jetzt genau beobachten, ob er wirklich gar nichts trinkt oder ob er vielleicht seinen Durst woanders stillt, z.B. aus Pfützen, der Kloschüssel, etc.

4. Krankheiten und Stress beim Hund

Ist der Hund krank oder sehr gestresst, kann sein Allgemeinbefinden so schlecht sein, dass er nicht mehr trinken will. Besonders bei Krankheiten des Verdauungstraktes kann es zu starken Schmerzen im Bauchbereich führen. Es kommt zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen oder der Hund hat Verstopfung.

Wenn zur Wasserverweigerung noch schmerzhafte Blähungen mit einem aufgetriebenen Leib dazu kommen, solltest Du immer daran denken, dass es sich auch um eine lebensgefährliche Magendrehung beim Hund handeln könnte. In diesem Fall darfst Du keine Zeit verlieren und musst sofort den Tierarzt benachrichtigen. Wird der Hund nicht binnen weniger Stunden operiert, endet eine Magendrehung meist tödlich.

5. Kein Durstgefühl während der Läufigkeit

Ist die Hündin läufig, verspürt der Rüde ebenso wie die Hündin keinen Durst mehr. Oft verspüren beide Geschlechter in dieser Zeit auch keinen Hunger mehr. Der gesamte Organismus ist jetzt nur noch auf Fortpflanzung eingestellt und beide suchen nach Wegen, um sich paaren zu können. Wird das verhindert, kann das bei der Hündin und auch beim Rüden zu aggressivem Verhalten führen.

Wenn aus diesem sexuellen Anlass das Trinken verweigert wird, liegt kein Grund zur Sorge vor. Dieses Verhalten gilt als ganz normal und der Durst stellt sich ganz automatisch wieder ein.

6. Hund trinkt nicht nach Operation

Dein Hund hat nach einer Operation vermutlich noch Schmerzen und/oder ist noch von der Narkose ganz benommen. Das führt dazu, dass er nicht trinken möchte.

Hat der Hund dabei eine Infusion bekommen? Mit der Infusion wurde ihm Flüssigkeit zugeführt und dies könnte der Grund für den fehlenden Durst sein. Auch in diesem Fall tritt der Durst von ganz alleine wieder ein. Wenn der Hund jedoch am nächsten Tag immer noch nichts trinken will, solltest Du beim Tierarzt nachfragen.

7. Dominanzverhalten beim Hund

Hunde sind Rudeltiere und achten sehr auf die gegebene Rangfolge. Gibt es Probleme in der Rangfolge, kann sich dies auch auf das Trinkverhalten vom Hund auswirken.

Wenn Du mehrere Hunde in Deinem Haushalt hältst und besonders wenn ein neuer dominanter Hund dazu kommt, wird die Rangfolge evtl. neu festgelegt. Dann kann es sein, dass Dein alter Hund sich solange nicht mehr an seinen Trinknapf traut, bis der neue dominante Hund es ihm erlaubt.

Was soll ich tun, wenn mein Hund nicht trinkt?

Was tun wenn mein Hund nicht trinken will? 9 Tipps wie Du Deinen Hund zum Trinken animieren kannst

Wenn Dein Hund nicht trinken will, kannst Du ihn mit folgenden Tipps schnell & einfach zum Trinken animieren:

1. Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter

Dein Hund frisst, aber trinkt nicht? Da würde es schon helfen wenn Du ihm Nassfutter gibst, um seine Flüssigkeitsaufnahme zu fördern. Beim Füttern mit Nassfutter muss der Hund nämlich nur noch ca. die Hälfte der Wassermenge trinken, die bei einer Fütterung mit Trockenfutter nötig wäre.

2. Wasser über das Futter geben

Du könntest sein Futter im Napf mit Wasser vermischen. Hier wäre es natürlich optimal wenn Du Nassfutter verwendest. Aber auch über sein gewohntes Trockenfutter kannst Du Wasser geben. Durch das Wasser wird es schön matschig und das gefällt den meisten Hunden sehr gut. Das funktioniert auch, wenn Du seine Lieblingsleckerlis mit Wasser übergießt.

Auf diese Weise ist der Hund beim Fressen gezwungen, die zum Futter hinzugefügte Flüssigkeitsmenge aufzunehmen.

3. Früchte oder Fruchtsaft im Trinkwasser

Die meisten Hunde fressen gerne Blaubeeren, Himbeeren und Äpfel. Gibst Du ein paar Beeren oder Apfelstückchen in sein Trinkwasser, dann muss er sie mit seiner Zunge aus dem Wasser fischen. Dabei trinkt er dann gezwungenermaßen auch etwas Wasser.

Manchmal hilft es auch schon, wenn Du sein Wasser mit etwas Fruchtsaft interessanter machst.

4. Koche Deinem Hund eine leckere Suppe

Mit einer leckeren selbstgemachten Suppe wirst Du Deinen Hund bestimmt dazu bringen, etwas zu trinken. Wir haben für Dich ganz viele einfache Rezepte gesammelt, wie Du Hundefutter selber machen kannst.

Auch über eine einfache Hühner- oder Fleischbrühe wird sich Dein Hund freuen. Du könntest auch ein wenig von seiner Lieblingsleberwurst in sein Trinkwasser rühren.

5. Füttere Würstchen mit dem Wurstwasser

Es gibt wohl keinen Hund, der ein leckeres Würstchen verschmäht. Gib Wasser in seinen Napf und schütte etwas vom Würstchenwasser dazu. Wenn er dann immer noch nicht trinken will, gibst Du ein in Scheiben geschnittenes Würstchen hinein.

6. Selbstgemachtes Hunde-Eis

In unserer Rezeptsammlung findest Du auch ein Rezept für Hunde-Eis. Besonders im Sommer wird sich Dein Hund darüber freuen und auf diese Weise Flüssigkeit zu sich nehmen.

Du könntest für das Eis auch einfach eine Brühe kochen und diese in einen Eiswürfelbehälter gießen. Nach dem Abkühlen ins Gefrierfach und schon ist ein leckeres Eis für den Hund fertig.

ACHTUNG: Für die Brühe solltest Du nicht einen ganzen Brüh-Würfel nehmen, sondern nur ein Stückchen davon, sonst ist die Brühe für den Hund zu salzig.

Mag Deine Fellnase gerne Fruchtsaft, dann könntest Du auch einen verdünnten Saft auf diese Weise einfrieren.

7. Kaufe einen neuen Hunde-Napf

Hat Dein Hund evtl. Angst vor seinem Napf aus Metall? Dann wäre ein neuer Napf aus Keramik eine gute Alternative.

ACHTUNG: Nimm möglichst keinen Napf aus Plastik, da dieser giftige Zusatzstoffe, wie z.B. Weichmacher enthalten kann. Diese Stoffe können sich aus dem Plastik lösen und werden dann vom Hund aufgenommen.

8. Verändere den Standort vom Hunde-Napf

Wenn Dein Hund nicht mehr trinkt, könntest Du versuchen, seinen Trinknapf an einen anderen Platz zu stellen. Vielleicht hat Dein Hund am alten Platz eine schlechte Erfahrung gemacht? Dann wird er an einem neuen Standort evtl. wieder aus seinem Napf trinken.

Besonders wenn Du mehrere Hunde hast und ein ranghöherer Hund die Trinkstellen kontrolliert, solltest Du seinen Trinknapf evtl. in ein anderes Zimmer stellen, damit der rangniedrigere Hund dort in Ruhe trinken kann.

9. Ein Wasserspender animiert den Hund zum Trinken

Ein Trinkbrunnen für Hunde sorgt für immer frisches und kühles Trinkwasser und viele Hunde bevorzugen fließendes Wasser. Außerdem macht es dem Hund viel mehr Spaß, daraus zu trinken, als aus einem langweiligen Napf.

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