Warum zittert mein Hund?

Mein Hund zittert – warum und was tun? Ursachen & Lösung

Wenn Du beobachtest, dass Dein Hund zittert, solltest Du selbst zunächst ruhig bleiben und versuchen, Deinen Hund zu beruhigen. Denn in den allermeisten Fällen ist das Zittern völlig harmlos und vergeht nach kurzer Zeit.
Dabei solltest Du aber vermeiden, ihn übermäßig zu streicheln oder ihm Leckerlis zu geben. Wenn Dein Hund nämlich erst einmal gelernt hat, dass es eine Belohnung in Form von Aufmerksamkeit, Leckerlis und Streicheleinheiten beim Zittern gibt, wird er es als erlerntes Verhalten immer wieder tun.
Beobachte Deinen Hund aber trotzdem genau und nimm Kontakt mit Deinem Tierarzt auf, wenn das Zittern lange andauert und Dein Hund apathisch wirkt. Auch wenn Durchfall und Erbrechen zusätzlich auftreten, kann es sich um eine ernsthafte Krankheit handeln, die dem Tierarzt vorgestellt werden sollte. 

Die möglichen Ursachen für das Zittern vom Hund und Tipps, was Du dagegen tun kannst, führen wir nachstehend in alphabetischer Reihenfolge auf:

Hund zittert wegen Alter

Auch Hunde leiden unter Alterserscheinungen und bekommen sogenannte Zipperlein, wie plötzlich auftretende Muskelzuckungen. Ein alter Hund wird eben auch zittrig, was jedoch meist harmlos ist. Wenn der Hund öfter zittert, könnte der Grund eine Arthrose sein, die auch bei Hunden auftritt.

Hund zittert vor Angst

Bei ungewohnten Situationen, fremden Menschen, fremden Hunden oder beängstigenden Geräuschen kann es beim Hund zu Situationen führen, in denen er gestresst und aufgeregt reagiert und vor Angst zittert. Das beste Beispiel ist die Silvesternacht.

Wenn ein Hund Angst hat, erkennt man es außer am Zittern, noch an seinem zwischen die Beine geklemmten Schwanz und einer geduckten Haltung.

In diesem Fall solltest Du den Hund beruhigen, in dem Du Dich ganz normal benimmst und so dem Hund vermitteln, dass alles in Ordnung ist und keine Gefahr in Verzug ist.
Bring Deinen verängstigten Hund nun möglichst bald in eine ruhige und vertraute Umgebung zurück.

Warum zittert mein Hund vor Angst?

Auf keinen Fall solltest Du Deinen vor Angst zitternden Hund übermäßig trösten und streicheln. Dadurch signalisierst Du dem Hund nur, dass die Angst begründet war und er wird in seiner Angst bestärkt.

Ein kleiner Hund ist meist ängstlicher als ein großer Hund. Kleine Hunde werden öfter auf dem Arm oder auch in Taschen herumgetragen. Wenn sie dann auf dem Boden abgesetzt werden, sind sie verunsichert, weil jetzt alles so groß erscheint. Sobald sich eine angebliche Gefahr nähert, z.B. in Form eines größeren Hundes oder mehrerer Menschen, wird der kleine Hund hochgehoben und der Situation entzogen. Dadurch verstärkt sich sein Angstverhalten immer mehr. Deshalb solltest Du Deinen Hund bereits im Welpenalter mit fremden Menschen, fremden Hunden und fremden Geräuschen und Situationen vertraut machen. Dadurch wird er später mit stressigen Situationen gelassener umgehen können.

Hund zittert nach Bewegung

Nach ausgiebigen Spaziergängen mit viel Aktivität und Anstrengung kann es zu vorübergehenden Muskelzuckungen kommen. Es kann sogar sein, dass Dein Hund am ganzen Körper zittert. Nach großer körperlicher Anstrengung ist das aber völlig unbedenklich und zeigt lediglich an, dass sich seine Muskeln erholen.

Bei Terriern kann man öfter beobachten, dass sie zittern. In diesem Fall ist das Zittern rassebedingt, da Terriern das Jagen im Blut liegt und sie sozusagen ständig unter Strom stehen. Durch das Zittern kann der Terrier seine innere Anspannung kompensieren.

Wenn der Hund nach großer Aktivität orientierungslos wirkt und apathisch ist, könnte er unterzuckert sein. Hier hilft ein Stück Traubenzucker sofort.

Hund hat Epilepsie

Auch Hunde haben neurologische Krankheiten wie Epilepsie und verlieren bei einem Anfall die völlige Kontrolle über ihren Körper. Man sagt, dass ca. 2 % aller Hunde von dieser Krankheit betroffen sind. Überdimensional vertreten sind folgende Rassen: Beagle, Berner Sennenhund, Golden Retriever, Labrador und Schäferhund.

Die epileptischen Krampfanfälle beginnen mit allgemeiner Unruhe, Jaulen, Speichelfluss und Erbrechen. Dann kommt es zum Krampf, wobei sich der ganze Körper verhärten kann und es zur Bewusstlosigkeit kommen kann. Wenn der epileptische Anfall ausklingt, taumelt der Hund und ist verwirrt. Er hat dann großen Durst und auch Hunger.

Epilepsie ist nicht heilbar, kann jedoch mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden.

Den Unterschied zwischen krampfen und zittern erkennst Du daran, dass der Hund beim Zittern Augenkontakt zu Dir herstellen kann und ansprechbar ist und er seinen Körper beherrscht. Bei einem epileptischen Anfall ist dies alles nicht möglich.

Hund zittert vor Freude

Wenn Dein Hund in einen regelrechten Freudenrausch kommt, kann er auch mal vor Freude zittern. Das Zittern wird begleitet von Bellen und Schwanzwedeln und wird ausgelöst durch intensives Streicheln oder auch durch Leckerlis. Das Freudezittern beim Hund ist so wie beim Menschen der Freudenschauer und völlig unbedenklich.

Hund zittert vor Kälte

Beim Zittern vor Kälte spielt die Körpergröße des Hundes eine entscheidende Rolle. Kleine Hunde frieren schneller als große Hunde. Auch Hunde mit wenig oder ohne Unterwolle frieren und zittern schneller. Rehpinscher und Chihuahuas leiden deshalb besonders unter Kälte.

Das Zittern bei Kälte hilft dem Hund dabei, seine Körpertemperatur ansteigen zu lassen. Jedoch reicht dieser Mechanismus nicht immer aus, um den Hund wieder aufzuwärmen. Aus diesem Grund solltest Du Deinen kälteempfindlichen Hund im Winter mit einem sogenannten Hundemantel vor Unterkühlung und Erkältung schützen.

Mein Hund zittert - warum?

Hund hat Magendrehung

Eine lebensbedrohliche Magendrehung erkennt man an einem Blähbauch, an großer Unruhe und daran, dass der Hund würgt, ohne etwas erbrechen zu können. Außerdem zittert der Hund vor Schmerzen und hechelt.

In diesem Fall muss sofort der Tierarzt einbezogen werden, da eine Magendrehung meist tödlich endet.

Besonders große Hunde sind betroffen, z.B. Doggen, Dobermänner und Irish Setter.

Bei der Magendrehung dreht sich der Magen des Hundes um seine eigene Längsachse. Auslöser können ein zu lockerer Halteapparat des Magens sein, ein tiefer Brustkorb oder auch Stress und verschluckte Luft.

Hund hat Parkinson

Auch die Parkinsonkrankheit befällt Hunde. Anders als beim Menschen sind meist junge Hunde betroffen, die erblich vorbelastet sind. Es kommt hier zu unkontrolliertem Muskelzucken, Gleichgewichtsverlust und Zittern.

Parkinson ist nicht heilbar, jedoch durch Medikamente gut behandelbar.

Hund zittert im Schlaf

Hunde verarbeiten ihre Erlebnisse im Schlaf und bei intensiven Träumen zittern und zucken sie dabei, was ebenfalls völlig ungefährlich ist. Bei besonders lebhaften Träumen zittern sie sehr stark, bis hin zum Pfotenzucken und regelrechtem Laufen.

Dieses Zittern im Schlaf dient der Muskelentspannung und hilft Deinem Hund Stress abzubauen. 

Hund zittert vor Schmerzen

Wenn ein Hund Schmerzen hat, wird das ein Zittern bei ihm auslösen.

Du solltest Deinen Hund jetzt genau beobachten, um den Grund für die Schmerzen zu finden. Meist handelt es sich um Bauchschmerzen wegen Verdauungsproblemen oder um Verletzungen.

Wenn der Hund an den Beinen zittert, solltest Du auf ein Hinken achten oder dort nach Verletzungen suchen.

Wenn zu dem Zittern noch Durchfall, Erbrechen und Fieber dazukommen, solltest Du den Tierarzt konsultieren.

Oft wird auch nach Operationen ein Zittern bemerkt, welches jedoch harmlos ist, wenn es nach einiger Zeit abebbt.

Hund hat Schüttel-Syndrom – White Dog Shaker Syndrom

Bei dem Schüttelsyndrom handelt es sich um eine Erbkrankheit, die nur bei weißen Hunden vorkommt. Besonders häufig sind betroffen: West Highland White Terrier, Malteser und Pudel.

Die Krankheit erkennt man an zunehmender Orientierungslosigkeit, auffallend schnellen Augenbewegungen und daran, dass der Hund am ganzen Körper stark zittert.

Auch diese Krankheit kann man mit geeigneten Medikamenten in den Griff kriegen.

White Dog Shaker Syndrom

Hund zittert wegen Staupe

Wenn bei Deinem Hund außer dem Zittern noch Lähmungen, Geschwüre, Nasenausfluss, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber auftreten, könnte es sich um die lebensbedrohliche Viruserkrankung STAUPE handeln. Ein weiteres Zeichen ist eine Verhornung an der Nase und an den Pfoten.

Infizierte Füchse, Marder und Waschbären können durch ihre Exkremente und Speichel Überträger der Krankheit sein.

Beim kleinsten Verdacht sollte hier der Tierarzt aufgesucht werden.

Hund zittert wegen Vergiftung

Eine Vergiftung erkennst Du ebenfalls am Zittern des Hundes und an folgenden Begleiterscheinungen: Durchfall und Erbrechen (teilweise mit Blut), Speichelfluss (evtl. Schaum), Atemnot, Kreislaufprobleme, Bauchkrämpfe und Unruhe.

Auslöser können ausgelegte Giftköder sein, giftige Pflanzenteile oder für Hunde nicht verträgliche Lebensmittel wie z.B. Alkohol, Schokolade, Süßstoffe, Weintrauben, Zwiebeln, etc.

Du kannst einer Vergiftung vorbeugen, indem Du Deinen Hund bei Dunkelheit an der Leine führst und ihm antrainierst, dass er nichts von fremden Menschen annimmt und nichts vom Straßenrand frisst. Besonders zu empfehlen ist ein Anti-Giftköder-Training!

Wenn Du glaubst, dass Dein Hund Gift gefressen hat, dann bleib gelassen, um ihn nicht noch mehr zu beunruhigen und bring ihn sofort zu einem Tierarzt. Wenn vorhanden, nimm die verdächtige Substanz mit zum Tierarzt.

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