Warum ist mein Hund unruhig und wechselt ständig den Platz?

Dein Hund ist unruhig und wechselt ständig den Platz? Ursachen & Lösung

Wenn Dein Hund so unruhig ist, dass er ständig seinen Platz wechselt, dann solltest Du versuchen die Ursachen dafür herauszufinden. Denn wenn er keine Ruhe findet, kann das auf Dauer zu körperlichen Schäden führen.

Dein Hund wechselt nachts ständig den Schlafplatz? Es gibt die verschiedensten Gründe für dieses auffällige und rastlose Verhalten, wovon einige angeboren und sogar natürlich sind. Die häufigsten Ursachen sind aber leider körperliche oder auch psychische Probleme.

Hier erfährst Du die möglichen Ursachen, warum Dein Hund unruhig ist und ständig den Platz wechselt. Außerdem erfährst Du, wie Du Deinem unruhigen Hund helfen kannst, sich wieder zu entspannen. 

Aus diesem Grund ist Dein Hund unruhig und wechselt oft den Platz

Mein Hund ist unruhig und wechselt ständig den Platz – mögliche Ursachen

Wenn Dein Hund ständig den Liegeplatz wechselt, solltest Du ihn genau beobachten. Es gibt zwar ganz harmlose Gründe für diese Unruhe, aber es können auch gesundheitliche Probleme dahinterstecken.

• Alleinsein

Da Hunde Rudeltiere sind, möchten sie gerne in der Nähe ihres Besitzers sein und möchten ihm auch gerne gehorchen. Sie gehen deshalb auch schlafen, wenn ihr Besitzer schlafen geht.

Darf der Hund aus irgendwelchen Gründen nicht im gleichen Zimmer schlafen, dann ist er verunsichert. Er weiß nun nicht, ob er schlafen soll oder nicht und reagiert folgendermaßen: Dein Hund ist unruhig und wechselt ständig den Platz. Hier erfährst Du, wie Du mit Deinem Hund das Alleinsein üben kannst.

• Angst

Besonders Hunde, die schon viele schlechte Erfahrungen machen mussten, leiden häufig unter Angstattacken. Hunde aus schwierigen Verhältnissen, wie z.B. aus dem Ausland, Auffangstationen, etc. sind oft traumatisiert und zeigen folgendes Verhalten:

Der Hund ist unruhig und wechselt häufig den Platz. Er erschreckt sich bei schnellen Bewegungen und zeigt übermäßige Ängstlichkeit.

Bei sogenannten Angsthunden hat in der Vergangenheit oft eine Verhaltenstherapie gute Ergebnisse erzielt. In einem separaten Beitrag erklären wir Dir, wie eine Verhaltenstherapie beim Hund abläuft.

• Arthritis/Arthrose

Eine Arthritis beim Hund oder die chronische Arthrose beim Hund, sind oft der Grund für nächtliche Unruhe und häufigen Platzwechsel.

Diese Gelenkkrankheiten beim Hund äußern sich durch heftigste Schmerzen, so dass der erkrankte Hund keine bequeme Schlafstellung finden kann und so ständig seinen Platz wechselt.

Du kannst die Krankheit durch folgende Verhaltensweisen erkennen:

  • Gangart wird immer steifer
  • Schmerzlaute beim Aufstehen und Hinlegen
  • Treppensteigen wird verweigert
  • Sprünge werden verweigert
  • Gelenke schwellen an

Bei Verdacht auf Gelenkschmerzen solltest Du umgehend mit Deinem Hund zum Tierarzt gehen.

• Demenz

Dein alter Hund ist unruhig und wechselt ständig den Platz? Vielleicht leidet Dein lieber Senior unter einer Hunde-Demenz, auch CCDS (Canine Cognitive Dysfunction Syndrome) genannt, die seinen Schlafrhythmus durcheinander bringt.

Bei dieser Krankheit wird sich seine Gehirnstruktur im Laufe der Zeit so verändern, dass er seine Familie nicht mehr erkennen kann und immer verwirrter, unruhiger und ängstlicher wird. Aus diesem Grund weiß er nicht mehr wo er ist und ändert immer wieder seinen Schlaf- und Liegeplatz. Glücklicherweise kann man heutzutage Demenz verlangsamen.

• Geräusche

Silvester-Knaller, Schüsse und auch Gewitter mit lautem Donner können ebenfalls dazu führen, dass der Hund unruhig seinen Platz wechselt oder sogar panisch reagiert. Laute Geräusche werden nämlich vom Hund als Bedrohung wahrgenommen. Die meisten Hunde reagieren auf laute Geräusche mit Unruhe, übermäßigem Gehechel, Gebelle und Gewinsel.

Da Hunde ein sehr gutes Gehör haben, ist bei lauten Geräuschen eine Schmerzgrenze der Ohren schnell erreicht.

• Hundegebell

Sind in Hörweite andere Hunde, die andauernd bellen, wird Dein Hund unruhig und wechselt ständig den Platz. Dass er den fremden Hund hört, aber nicht sehen kann veranlasst ihn dann dazu, im Raum herumzulaufen, zu winseln, etc. Auch der ständige Geruch eines anderen Hundes lässt ihn unruhig werden.

• Inkontinenz

Kommt ein Hund in die Jahre, dann kann er evtl. seine Blase nicht mehr richtig kontrollieren und verliert ungewollt Urin. Da er über Nacht lange seinen Urin anhalten muss, kommt es zu nächtlicher Unruhe und zum häufigen Platzwechsel, besonders wenn ungewollt Urin ausgetreten ist.

Läufigkeit

Die Hündin wird unruhig, weil sie durch die ausgeschütteten Hormone paarungsbereit ist und gerne aus dem Haus möchte, um einen Rüden zu treffen. Der Rüde wird ebenfalls unruhig wenn er den Duft der läufigen Hündin wahrnimmt und möchte auch gerne zum Treffen aus dem Haus. So verbringen Hündin und Rüde einige Nächte damit, unruhig zu schlafen und immer wieder den Platz zu wechseln.

• Langeweile

Dein Hund könnte auch gelangweilt sein, wenn er ständig seinen Platz wechselt. Ist er nicht ausreichend körperlich und geistig ausgelastet, kann es sein, dass er nur aus Langeweile schläft. Da er nicht wirklich müde ist, wacht er immer wieder auf und sucht sich dann einen anderen, evtl. auch interessanteren Schlafplatz.

Besonders aktive Rassen, wie z.B. Jagdhunde, Schäferhunde, Hütehunde, etc. benötigen am Tag mindestens 1 ½ bis 2 Stunden Bewegung und Beschäftigung. Diese Hunde haben auch von Natur aus einen leichteren Schlaf und können auch bei zu wenig Beschäftigung mit Hyperaktivität reagieren. Hier erfährst Du, wie Du Deinen Hund beschäftigen kannst.

• Magendrehung

Dein Hund wechselt nachts ständig den Schlafplatz, hat einen aufgeblähten Leib, zittert, winselt und würgt, ohne dass er erbrechen kann? Dann könnte es sich um eine gefährliche Magendrehung beim Hund handeln. Bei dieser Krankheit dreht sich der Magen unter heftigen Schmerzen um die eigene Achse.

ACHTUNG: Eine Magendrehung ist ein Notfall und der Hund ist in akuter Lebensgefahr. Wird der Hund nicht sofort operiert, stirbt er daran. 

• Medikamente haben Nebenwirkungen

Wenn Dein Hund plötzlich unruhig ist und häufig seinen Platz wechselt, könnte das durch Nebenwirkungen von Medikamenten ausgelöst werden. Bei Medikamenten die bei Allergien, Angstzuständen, Schilddrüsenproblemen und Schmerzen verschrieben werden, kann es als Nebenwirkung zu übermäßiger Unruhe und ständigem Herumlaufen kommen.

• Schlafprobleme und Albträume

Dein Hund wechselt nachts ständig den Schlafplatz? Vielleicht fühlt er sich auf seinem Liegeplatz nicht wohl und hat deshalb Schlafprobleme. Besonders Hunde, die schon viele schlechte Erfahrungen in ihrem Leben sammeln mussten, leiden häufig an Albträumen. Sie haben einen leichten Schlaf und wachen nachts öfter auf und wechseln dann den Platz.

• Schmerzen

Wenn Dein Hund Schmerzen hat, kannst Du es daran erkennen, dass er unruhig ist und oft den Platz wechselt. Da im Rudel kranke und schwache Tiere häufig zurückgelassen werden, versucht der Hund möglichst zu verbergen, dass er Schmerzen hat und es ihm nicht gut geht. Handelt es sich um starke Schmerzen, wird er anfangen zu hecheln, zu zittern, zu winseln und zu jaulen. In diesem Fall solltest Du sofort einen Termin beim Tierarzt machen.

• Stress

Ist Dein Hund nachts unruhig, dann könnte es an folgenden Stressfaktoren liegen, wie z.B. Umgebungswechsel, Lärmbelastung, Hektik und Trubel zu Hause, neues Haustier, etc.Du erkennst Stressverhalten beim Hund unter anderem an starkem Hecheln und Speichelfluss, eingezogener Rute, Zittern, ständiges Lecken im Genitalbereich, etc.

• Trennungsangst

Unter Trennungsangst leiden Hunde, die oft allein gelassen werden und die wenig Zuwendung bekommen. Sie sind soziale Rudeltiere und leiden, wenn sie alleine sein müssen. Du erkennst die Trennungsangst beim Hund daran, dass er wie eine Klette an Dir hängt, wenn Du wieder nach Hause kommst. Er hat Angst, dass Du ihn wieder alleine lässt und deshalb lässt er Dich nicht mehr aus den Augen. Der Hund ist unruhig und wechselt häufig den Platz, um Dich jetzt immer sehen zu können.

Einige Hunde werden auch depressiv wenn sie allein gelassen werden. Besonders unter Trennungsangst leiden z.B. Cavalier King Charles Spaniels, Chihuahuas, Jack Russel Terrier, Labrador Retriever, Schäferhunde, etc.

• Unangenehme Temperaturen

Da Hunde ihre Körpertemperatur nur durch Hecheln oder über die Pfotenballen regulieren können, sind ihnen zu warme und auch zu kalte Temperaturen unangenehm. Bei Hitze haben meist Hunde mit langem Fell Probleme, wogegen Hunde mit kurzem Fell eher bei Kälte leiden.

Du kannst am Hecheln erkennen, dass es Deinem Hund zu warm ist. Er wird dann versuchen, einen Platzwechsel zu gefliesten, schattigeren und somit kühleren Bereichen vorzunehmen. Dass Dein Hund friert, erkennst Du an folgendem Verhalten: Der Hund wechselt ständig Liegeplatz, sucht Körperkontakt zu Dir, rollt sich beim Schlafen ein und zittert spürbar. 

• Veränderungen im Alltag

Ist der gewohnte Tagesablauf durch Veränderungen gestört, reagieren manche Hunde mit nächtlicher Unruhe. Ein Umzug, Verlust einer geliebten Person, Futterumstellung, zeitlich veränderter Gassigang, etc. All diese Veränderungen können Schuld daran sein, wenn der Hund unruhig ist und ständig den Platz wechselt. 

• Verdauungsprobleme

Dein Hund schläft schlecht und wechselt häufig seinen Platz wenn er Verdauungsprobleme hat. Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Magenschmerzen, etc. führen dazu, dass er nicht ruhig liegen bleiben kann. Er fühlt sich nicht gut und versucht dies durch Bewegung zu lindern.

Was tun wenn mein Hund unruhig ist und ständig seinen Platz wechselt?

Wie Du Deinem Hund helfen kannst, wenn er unruhig ist und oft den Platz wechselt

Bei vielen, der oben genannten Ursachen für den ständigen Platzwechsel vom Hund gibt es geeignete Lösungs-Strategien, die Du anwenden kannst:

1. Bequemer Schlaf- und Liegeplatz

Wenn der Schlafplatz zu klein oder zu unbequem ist, kommt der Hund nicht zur Ruhe, weil er keine bequeme Schlafstellung finden kann. Besonders bei älteren Hunden mit schmerzhaften Gelenkerkrankungen solltest Du auf ein bequemes Hundelager achten. Der Schlafplatz sollte an einem ruhigen Ort und nicht gerade im Flur sein, wo ständig jemand daran vorbei geht. Im Handel gibt es für jeden Hund den optimalen Schlafplatz, wie z.B. bequemes Hundekissen, gepolsterte Hunde-Liegedecke, kuschelige Hundehöhle, orthopädisches Hundebett & ergonomisches Hundesofa.

2. Demenz verlangsamen

Du kannst die Demenzerscheinungen beim Hund verlangsamen wenn Du sein Gehirn durch Intelligenz-Spielzeuge stimulierst. Bei diesen Intelligenz-Spielzeugen muss der Hund Denkaufgaben bestehen, bevor er ein Leckerli erhält. Den meisten Hunden macht das großen Spaß.

3. Futterwechsel

Eine Futterunverträglichkeit kommt häufig vor und kann auch zu unruhigem Verhalten beim Hund führen. Über das wichtige Thema einer Futterunverträglichkeit beim Hund haben wir für Dich einen ausführlichen Extra-Bericht geschrieben.

Wir erklären Dir dort, wie Du mit einer ganz einfachen Ausschlussdiät herausfindest, welche Futterzutat für Deinen Hund unverträglich ist und Verdauungsprobleme hervorruft.Vielleicht solltest Du auch einmal über das BARFEN nachdenken und Deinen Hund damit artgerecht ernähren.

4. Laute Geräusche vermeiden

Laute Geräusche, besonders bei Gewitter oder zu Silvester, stören den Schlaf vom Hund und sorgen für Stress und Unruhe.

Bei Blitz und Donner und auch bei der Silvester-Knallerei solltest Du dafür sorgen, dass der Geräuschpegel so gering wie möglich ist. Du solltest Türen und Fenster schließen und am besten auch die Vorhänge zu ziehen.

Im Handel gibt es sogenannte Hunde-Angst-Jacken, die auch von Tierärzten und Hundetrainern bei Angsthunden empfohlen werden. Diese Angstjacken üben einen konstanten, sanften Druck aus, der beruhigend auf den Hund wirkt. Diese Jacken können bei vielen Gelegenheiten getragen werden: Gewitter, Tierarztbesuche, Silvester, etc.

5. Langeweile bekämpfen

Wenn Du meinst, dass Dein Hund aus Langeweile ständig seinen Liegeplatz wechselt, könntest Du für mehr Bewegung sorgen und länger als sonst mit ihm Gassi gehen. Am besten spielst Du außerdem noch Ballspiele mit ihm, damit er sich dabei ordentlich austoben kann und anschließend richtig müde ist. Leichte, gut sichtbare, schwimmende und hoch federnde Bälle aus natürlichem Gummi sind am besten.

Zusätzlich zur körperlichen Auslastung solltest Du auch für geistige Auslastung sorgen. Gegen Langeweile ist Kauspielzeug aus Naturkautschuk zu empfehlen und ganz besonders Intelligenz-Spielzeuge, mit denen sich der Hund lange Zeit beschäftigen kann.

6. Unangenehme Temperaturen vermeiden

Wenn Dein Hund im Sommer schwitzt oder im Winter friert, dann wird er nicht zur Ruhe kommen und häufig den Schlafplatz wechseln. Ebenso wenn sein Schlafplatz direkter Sonneneinstrahlung oder Zugluft ausgesetzt ist.

Du kannst Deinen pelzigen Freund vor unangenehmen Temperaturen schützen, in dem Du ihm im Sommer bei hohen Temperaturen eine selbstkühlende Hundematte anbietest. Diese Matten sind völlig ungiftig und kühlen automatisch ab, wenn sich Dein Hund darauf setzt oder legt, ohne dass Wasser, Strom oder Batterien nötig sind. Sie sind faltbar und können auch im Auto mitgenommen werden.

Im Winter hilft beim Gassigehen ein warmer und wasserdichter Hundemantel gegen Nässe und Kälte. In der Wohnung freut sich Dein pelziger Freund über ein kuscheliges Hundebett oder eine selbstwärmende Hundematte, die ohne Strom auskommt und sogar waschbar ist. Durch eine isolierende Thermoschicht wird die Körperwärme vom Hund reflektiert und die Matte wird angenehm warm.

7. Verhaltenstraining

Wenn sich das unruhige Verhalten und der ständige Platzwechsel derart verfestigt hat, dass eine Verhaltenstherapie beim Hund nötig wird, solltest Du Dich an eine Hundeschule oder einen Hundeverhaltensberater wenden. In den meisten Fällen wirkt sich das speziell auf Deinen Hund abgestimmte Training, schon nach ein paar Trainingsstunden positiv auf sein Verhalten aus.

8. Welpen an getrenntes Schlafen gewöhnen

Es ist normal wenn Welpen unruhig sind und häufig den Schlafplatz wechseln, denn sie müssen erst lernen, nachts durchzuschlafen. Sie sind nicht gerne allein und suchen die Nähe und eine enge Bindung zum Menschen. Es kann eine gute Lösung sein, wenn der Welpen-Schlafplatz dicht am Bett seiner Bezugsperson liegt. Falls der Kleine noch nicht stubenrein ist, sind auslaufsichere und schnell trocknende Hygieneunterlagen empfehlenswert.

Je nach Rasse wachsen einige Welpen aber schnell auf eine beachtliche Größe heran und dann wäre es evtl. eine gute Lösung, den Welpen langsam daran zu gewöhnen, außerhalb des Schlafzimmers zu schlafen.

Dabei solltest Du langsam vorgehen, damit keine Trennungsangst aufkommt:

  1. 1Bis zu einem ½ Jahr darf der Welpe seinen Schlafplatz neben Deinem Bett haben.
  2. 2Du könntest damit beginnen, seinen Schlafplatz in die Nähe der Schlafzimmertür zu verschieben, wenn der Welpe 7 Monate alt ist.
  3. 3Ist der Welpe 8 Monate alt, kannst Du seinen Schlafplatz außen vor die Schlafzimmertür verschieben.
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