So kannst Du Deinem Hund helfen, wenn er Angst hat

Hund hat Angst – 12 häufige Angstauslöser & Tipps zur Angstbewältigung

Unter Hunden sind Ängste vor den unterschiedlichsten Dingen sehr verbreitet. Einige Hunde verfallen sogar regelmäßig in Panik und das ist nicht ungefährlich, weil daraus schnell ein aggressives Verhalten werden kann. Im folgenden Bericht haben wir für Dich alles zusammengefasst, was Du über Angst beim Hund wissen solltest: 

Hilfe für Angsthunde

Hund hat Angst – Symptome schnell & einfach erkennen

Du kannst an körperlichen Merkmalen und auch an verschiedenen Verhaltensweisen schnell erkennen, wenn Dein Hund Angst hat oder in Panik gerät:

Körperliche Merkmale

  • Aufgerissene Augen, so dass man das Weiße vom Auge sieht, geweitete Pupillen
  • Ein Lächeln mit geschlossenem Maul und weit nach hinten gezogenen Mundwinkeln
  • Angelegte Ohren
  • Starkes und häufiges Gähnen
  • Vermehrtes Lecken über das Maul
  • Geduckte und nach hinten gelagerte Körperhaltung, um kleiner zu wirken
  • An den Bauch eingezogener Schwanz
  • Bellen, Fiepen, Hecheln, Jaulen und/oder Winseln
  • Unruhiges Herumlaufen
  • Angespannte Muskeln und Zittern
  • Starker Speichelfluss, Sabbern
  • Schwitzende Pfoten
  • Unkontrollierter Kot- und/oder Urinabsatz
  • Erbrechen

Verhaltensweisen

Englische Hunde-Experten haben die 4 typischen Angst-Verhaltensweisen als die „4 F“ zusammengefasst. Der deutsche Begriff lautet „4 A“:

1. Flight Abhauen

Wenn der Hund nicht sofort wegläuft und sich so der angstauslösenden Situationen entzieht, wird er zumeist ein paar Schritte zurückweichen, um so eine räumliche Distanz zu schaffen.

2. Fight Angriff

Der Hund wird aggressiv wenn er in die Enge getrieben wird und nicht fliehen kann. Zuerst weiten sich die Pupillen und die Ohren werden angelegt. Dann fletscht er die Zähne und knurrt und bellt. Letztendlich schnappt er, oder er beißt zu.

3. Freeze Angststarre

Dieses Verhalten gehört zu den Urinstinkten des Hundes und soll bewirken, dass der Angreifer ihn wegen der starren Haltung nicht als Beute erkennt.

4. Fiddle About – Albernheit

Einige Hunde versuchen durch eine Spielaufforderung die beängstigende Situation zu entspannen.

Ursachen die Hunde ängstlich werden lässt

9 mögliche Ursachen die einen Angsthund prägen können

Die Angst beim Hund kann viele verschiedene Gründe haben. Es könnte eine Veranlagung sein oder auch Fehler bei der Erziehung. Meist sind es jedoch negative Erlebnisse, die dazu führen.

  • Einige Hunderassen sind genetisch besonders sensibel und entwickeln dadurch eher Ängste als andere Rassen. Das kann man besonders bei Hütehunden und Windhunden feststellen.
  • Welpen, die in ihrer Prägephase keinen Kontakt mit anderen Menschen oder Tieren hatten, reagieren später ängstlich auf solche Begegnungen. Auch auf Geräusche und Gegenstände, die sie in der Prägephase nicht kennenlernen konnten, wie z.B. Autos, Motorräder, Fahrräder, Züge, etc. können sie später panisch reagieren.
  • Je früher ein Welpe alle möglichen Reize kennenlernt, desto selbstbewusster und aufgeschlossener entwickelt er sich und je weniger Reize er in dieser Zeit kennenlernt, um so ängstlicher wird er auf alles Neue reagieren.
  • Ist die trächtige Hündin großem Stress ausgesetzt, kann es sein, dass ihre Jungen sehr scheu sein werden. Die frühe Trennung des Welpen von seiner Mutter und die dadurch fehlende Sozialisierung, ist auch häufig ein Grund für spätere Ängstlichkeit vor anderen Hunden.
  • Wenn ein Hund gesundheitliche Probleme hat, wie z.B. hormonelle Störungen, kann das ebenfalls Ängste auslösen.
  • Besonders bei Hunden aus dem Tierschutz wurde die Angst häufig durch Misshandlungen und/oder schlechter Haltung gefördert.
  • Hunde mögen keine Veränderungen. Durch einen Umzug in einen anderen Ort wird der Hund verunsichert. Er kennt sich nicht mehr aus und betrachtet die neue Umgebung nun ängstlich.
  • Wird ein Hund vom Besitzer überfordert und ausgeschimpft, weil er die Anforderung nicht erfüllen kann, wird er ängstlich.
  • Auch bei Nichtbeachtung oder langem Alleinsein kann der Hund mit Ängsten reagieren.
Auslöser von Angstzuständen beim Hund

Die 12 häufigsten Angstauslöser & Tipps zur Angstbewältigung beim Hund

Wenn Dein Hund Angst vor Dir, vor anderen Menschen oder Tieren hat, dann steckt meistens eine schlechte Erfahrung dahinter. Ebenso bei Angst vor gewissen Gegenständen, Geräuschen, etc.

1. Hund hat Angst vor dem Alleinsein

Diese Angst hängt mit der Abstammung vom Wolf zusammen, denn auch der Hund ist ein soziales Rudeltier. Im Rudel sind die Tiere ständig zusammen und bleiben nicht allein. Lediglich kranke Tiere und solche, die zu schwach sind, um dem Rudel dienlich zu sein, werden allein zurückgelassen.

Dies ist auch ein wesentlicher Grund, warum Hunde es nicht zeigen wollen wenn sie krank sind und/oder Schmerzen haben.

Tipp: Du solltest Deinem Hund geduldig und Schritt für Schritt beibringen, dass er sich auch entspannen kann, wenn Du nicht anwesend bist.

So verhinderst Du, dass Dein Hund angst vorm Alleinsein hat:

Du verlässt das Zimmer ohne große Verabschiedung wenn Dein Hund beschäftigt ist, z.B. mit einem Kauknochen oder einem Hundespielzeug und schließt hinter Dir die Tür. Nach wenigen Minuten gehst Du zurück in das Zimmer, in dem der Hund ist und zwar wieder, ohne jegliche Begrüßung. So lernt der Hund, dass es etwas ganz Normales ist, wenn Du mal aus dem Zimmer gehst und für eine Zeit nicht anwesend bist.

Das machst Du einige Tage hintereinander so. Dann verlängerst Du die Zeit Deiner Abwesenheit um wenige Minuten. Du solltest darauf achten, dass es nicht immer die gleiche Zeitspanne ist. Du bleibst mal für 5 Minuten in einem anderen Zimmer, dann mal für 10 Minuten, dann wieder nur 5 Minuten, dann mal für 15 Minuten, etc.

ACHTUNG: Wenn Dein Hund während Deiner Abwesenheit bellt, darfst Du nicht in sein Zimmer zurück gehen. Dein Hund würde es so deuten, dass er nur bellen muss damit Du zurück kommst. Erst wenn Dein Hund nicht mehr bellt, gehst zu zurück in das Zimmer.

Wenn er aber überhaupt nicht mehr aufhört zu Bellen, dann musst Du natürlich auch dann zurück gehen. Aber dann solltest Du Deinen Hund ignorieren und nicht beachten. Erst wenn er sich beruhigt hat und aufhört zu bellen solltest Du ihn wieder beachten.

Nach einiger Zeit verlässt Du dann nicht nur das Zimmer, sondern auch das Haus oder die Wohnung. Du gehst kurz zum Briefkasten, zum Auto, etc. und wieder ohne Abschied und beim Wiederkommen ohne Begrüßung. Dann verlängerst Du die Zeitspanne langsam immer weiter, bleibst aber mit der Zeit flexibel.

Du solltest auch darauf achten, nicht immer das gleiche Ritual durchzuführen wenn Du weggehst. Also nicht immer zuerst die Schuhe anziehen, dann die Jacke anziehen und den Schlüssel in die Jackentasche stecken. Diese immer gleiche Handlung wäre dann für Deinen Hund ein sogenannter Schlüsselreiz, dass Du ihn nun gleich verlassen wirst und er wird vermutlich anfangen zu jaulen.

Mit viel Geduld wird auch Dein Hund lernen, eine Zeit lang ohne Deine Gesellschaft auszukommen. Sollte es Dir aber in ca. einem ¼ Jahr immer noch nicht gelungen sein, braucht Ihr professionelle Hilfe. Ein Besuch beim Tierarzt, beim Hundetrainer oder beim Tierpsychologen wäre dann angebracht, um dem Hund die Angst vor dem Alleinsein zu nehmen.

Wenn Du mehr zum Thema Hund alleine lassen erfahren möchtest, haben wir hier einen ausführliche Anleitung für Dich.

2. Hund hat Angst vorm Autofahren

Die meisten Hunde lieben es, mit dem Auto zu fahren. Aber es gibt auch viele Hunde, die Angst vor Autofahrten oder Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln haben und denen regelrecht übel davon wird.

Tipp: Du solltest Deinen Hund so früh wie möglich an solche Fahrten gewöhnen. Außerdem solltest Du diese Fahrten zu positiven Erfahrungen werden lassen und das funktioniert mal wieder am Besten mit Leckerlis und Streicheleinheiten.

So gewöhnst Du Deinen Hund ans Autofahren:

Zuerst gewöhnst Du Deinen Hund daran, sich entspannt in der Nähe des Autos aufzuhalten. Du könntest z.B. seinen Futternapf und/oder Trinknapf neben dem Auto platzieren und ein paar Leckerlis, wie z.B. knusprige Hähnchenstreifen neben die Autoreifen legen.

Nach einigen Tagen öffnest Du die Autotüren und setzt Dich mal auf den Fahrersitz, dann auf den Beifahrersitz, etc. Du solltest Deinen Hund aber noch nicht auffordern in das Auto zu springen, wenn er es nicht von alleine will. Wieder ein paar Tage später verteilst Du ein paar Leckerlis auf dem Beifahrersitz, auf den hinteren Sitzen, im Kofferraum, etc. und wartest, bis Dein pelziger Freund von alleine zu den Leckerlis ins Auto springt. Die Autotüren bleiben noch offen.

Du könntest den Aufenthalt im Auto jetzt mit vielen Streicheleinheiten zu einem positiven Erlebnis werden lassen.

Danach könntest Du ihn daran gewöhnen, dass die Türen geschlossen werden. Natürlich bekommt er dabei zur Entspannung einen schönen Kauartikel und zusätzlich noch Streicheleinheiten.

Wenn Dein Hund entspannt im geschlossenen Auto bleibt, könntest Du den Motor starten. Du startest und schaltest wieder aus. Das wiederholst Du ein paar Mal, bis sich Dein Hund daran gewöhnt hat und nicht mehr argwöhnisch ist. Leckerlis gibt es zur Entspannung natürlich auch wieder.

Als nächstes fährst Du ein paar Meter und guckst, wie Dein Hund darauf reagiert. Zeigt er sich verängstigt, beruhigst Du ihn mit guten Worten und Leckerlis. Bleibt er entspannt, fährst Du ein Stück weiter, vielleicht schon um den Block. 

ACHTUNG: Sobald Du bemerkst, dass Dein Hund ängstlich wird, beendest Du die Fahrt, steigst mit ihm aus und läufst mit ihm nach Hause.

Um das Autofahren zu einem positiven Erlebnis zu machen, könntest Du z.B. eine Hundewiese, Hundestrand, etc. ansteuern oder Ihr besucht Menschen, die Dein Hund liebt. 

3. Hund hat Angst vor Gegenständen

Bei den Gegenständen ist der Staubsauger der häufigste Angstauslöser beim Hund. Du solltest seine Angst ernst nehmen und nur saugen, wenn Dein Hund nicht im gleichen Zimmer ist.

Hat Dein Hund Angst vor anderen Gegenständen, verhältst Du Dich genauso. Allerdings solltest Du Deinen Hund langsam daran gewöhnen, dass ein Staubsauger oder andere Gegenstände völlig harmlos sind.

So gewöhnst Du Deinen Hund an Gegenstände, vor denen er angst hat:

Zuerst stellst Du den angsteinflößenden Gegenstand, wie z.B. den Staubsauger in einen Raum und lässt die Tür offen, damit er zu sehen ist. Nach einiger Zeit stellst Du ihn dann in das Wohnzimmer neben das Sofa.

Du legst jetzt Leckerlis in immer kleiner werdenden Abständen neben den Staubsauger und wartest, bis Dein Hund sich traut die Leckerlis zu fressen. Außerdem könntet Ihr beide neben dem Staubsauger spielen und kuscheln.

Hat sich Dein Hund daran gewöhnt, den Staubsauger in seiner Nähe zu haben, solltest Du im Nebenzimmer den Staubsauger einschalten und saugen. Die Tür lässt Du dabei offen stehen, damit Dein Hund Dich beobachten kann.

Erst wenn sich Dein Hund nicht mehr ängstlich zeigt, kannst Du in seiner Gegenwart im gleichen Zimmer saugen.

4. Hund hat Angst vor Geräuschen

Auch bei der Angst vor Geräuschen ist der Staubsauger der häufigste Angstauslöser. Gleich gefolgt vom Mixer und anderen Küchengeräten. Damit der Hund die Angst vor Geräuschen verliert, muss auch hier wieder ein positives Erlebnis geschaffen werden.

Tipp: Du könntest den Mixer oder andere Küchengeräte einschalten und Deinen Hund erst dann füttern, wenn er diese Geräusche hört. Nach einiger Zeit wird er die beängstigenden Geräusche mit seinem Futter verbinden und denken: „Höre ich dieses Geräusch, gibt es Futter oder Leckerli.“

Dieser Trick basiert auf der Psychologie von dem Experiment von Pavlov’s Hund. Hier wurde immer wenn der Hund etwas zu Fressen bekam eine Glocke geklingelt. Nach einiger Zeit lief dem Hund ausschließlich auf Grund des Geräusches der Glocke das Wasser im Mund zusammen. Auch wenn kein Essen weit und breit zu sehen oder zu riechen ist.

5. Hund hat Angst vor Gewitter

Sehr viele Hunde haben Angst bei Gewitter mit lauten Donnern und grellen Blitzen. Sie spüren die Veränderung des Luftdrucks, riechen den Gewittergeruch, nehmen die elektrisch aufgeladene Luft wahr und bekommen so sogar schon Stunden vor dem eigentlichen Gewitter Angstzustände.

So gewöhnst Du Deinen Hund an Gewitter, Blitz & Donner:

Es ist schwierig, dem Hund Angst vor Gewitter zu nehmen, da Gewitter nicht allzu häufig vorkommen. Doch auch hierfür gibt es eine exzellente Lösung, in Form einer Gewitter-CD. Oder Du nimmst selbst die Geräusche vom Gewitter auf.

Dann beginnst Du damit, dem Hund erst ganz leise und dann immer etwas lauter diese Gewittergeräusche vorzuspielen. Dabei solltest Du mit ihm spielen und/oder kuscheln und ihn mit Leckerlis füttern, damit er keine Angst bekommt. Mit diesen Gewittergeräuschen kann es Dir gelingen, Deinen Hund an Gewitter zu gewöhnen und ihm die Angst zu nehmen.

Viele Hunde suchen bei Gewitter einen geschützten Platz auf, z.B. unter dem Bett oder Sofa und verstecken sich dort. Ein geschützter Rückzugsort, wie z.B. ein geschlossenes und bequemes Hundebett wäre für Deinen ängstlichen Hund eine große Hilfe. Besonders wenn in der Box noch ein Kauspielzeug oder einige Leckerlis liegen, wird Dein Hund sich bei Gewitter gerne dort hinein legen und sich beschützt fühlen.

Zusätzlich solltest Du bei Gewitter immer die Fenster schließen, Rollläden oder Jalousien herunter lassen und/oder die Gardinen zu ziehen. Leise Radiomusik kann auch zur Angstauflösung beim Hund und zu seiner Entspannung beitragen.

Einige Hundebesitzer schwören auch darauf, dem Hund zur Geräuschdämpfung Wattebällchen in die Ohren zu stecken und dann einen weichen Schal zur Fixierung um den Kopf zu wickeln. Es gibt im Handel auch schon spezielle Ohrenschützer für Hunde.

6. Hund hat Angst vor anderen Hunden

Hat Dein Hund Angst vor anderen Hunden, dann könnte er schon einmal schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht haben, z.B. dass er von einem anderen Hund angegriffen und gebissen wurde. Damit Dein Hund die Angst verliert, solltest Du ihn schrittweise an die Gegenwart anderer Hunde gewöhnen.

Tipp: Besonders wenn Du einen ängstlichen kleinen Hund hast, solltest Du diesen nicht auf den Arm nehmen und trösten, wenn ein größerer Hund vorbei kommt. Dieses Verhalten würde Deinem Hund nur bestätigen, dass seine Angst vor anderen Hunden berechtigt ist.

Auch wenn Du beim Gassigehen ängstlich auf einen anderen Hund reagierst, spürt das Dein Hund und übernimmt automatisch Deine Furcht.

So kannst Du Deinem Hund die Angst vor anderen Hunden nehmen:

Zuerst solltest Du herausfinden, ab welcher Distanz Dein Hund mit Angst reagiert. Du gehst also mit Deinem angeleinten Hund auf einen anderen Hund zu und beobachtest sein Verhalten, ab wann er ängstlich reagiert. Du bleibst dann in dieser Distanz und beschäftigst Dich mit Deinem Hund und spielst mit ihm, bis er sich entspannt.

Dann gehst Du mit Deinem Hund etwas näher heran und wartest wieder, bis er sich entspannt. Das machst Du solange, bis Dein Hund in direkter Nähe anderer Hunde keine Angst mehr zeigt. Du solltest Deinen Hund auch in Anwesenheit von anderen Hunden loben und streicheln, damit er selbstbewusster wird. Es gibt auch spezielle Hundehalsbänder, die Pherophene abgeben und bei Angstzuständen helfen können.

Falls Du es nicht schaffen solltest, Deinem Hund die Angst vor anderen Hunden zu nehmen, dann könntest Du vielleicht einen erfahrenen Hundetrainer oder eine Hundeschule um Hilfe bitten.

7. Hund hat Angst vor Männern

Wenn Dein Hund Angst vor Männern hat, dann liegt das meistens daran, dass er ein schlechtes Erlebnis mit ihnen hatte. Jeder Angstzustand Deiner Schnüffelnase hat einen berechtigten Grund und Du solltest seine Angst ernst nehmen.

Auf keinen Fall solltest Du Deinen Hund in die Nähe eines Mannes zwingen wenn er Angst vor ihm hat. Zwang führt immer zu einer Verschlechterung des gewünschten Ergebnisses.

Erfolgreicher ist es wenn Du es Deinem Hund überlässt, wann und ob er sich einem Mann nähert. Bewegt sich Dein Hund in Richtung des Mannes, wird er sofort mit einem Leckerli belohnt. Dein Hund wird die Distanz mit der Zeit immer weiter verringern.

Tipp: Im Grunde gehst Du genauso vor, wie wenn Du Deinen Hund an andere Hunde gewöhnst.

8. Hund hat Angst vor Menschen

Sehr viele Hunde haben Angst vor fremden Menschen, denen sie beim Gassigehen begegnen. Ein Hund hat Angst vor Personen wenn diese nicht in sein gewohntes Erscheinungsbild passen. So kann ein Passant, der z.B. mit einem Regenschirm, einem Koffer, einem großen Hut oder einem Rollator unterwegs ist, für den Hund sehr bedrohlich wirken.

TIPP: Damit Dein Hund diese Angst verliert, könntest Du jetzt selbst einen Regenschirm beim Gassigehen mitnehmen und diesen immer wieder öffnen und schließen. Löst ein Passant mit Koffer Angst beim Hund aus, dann könntest Du beim nächsten Gassigang einen Koffer mitnehmen. Dadurch wird sich Dein Hund an diesen Anblick gewöhnen, vor allem wenn dieses zu einem positivem Erlebnis wird, z.B. mit Leckerlis.

9. Hund hat Angst vor mir

Kommt ein Hund als neues Familienmitglied hinzu, sind es viele neue Eindrücke, die auf ihn einwirken. Die meisten Hunde möchten sich dann erst einmal zurückziehen und in Ruhe die unbekannten Gerüche und die neue Umgebung aufnehmen.

Es kann vorkommen, dass Dein Hund in einer bestimmten Situation Angst vor Dir zeigt. Er könnte eine ähnliche Situation mit einem anderen Menschen schon als beängstigend erlebt haben und bringt nun Dich mit dieser Person und der furchteinflößenden Situationen in Verbindung. Das Ergebnis: Hund hat Angst vor Herrchen.

Für Dich als Hundebesitzer ist es besonders schlimm, wenn Du merkst: Mein Hund hat Angst vor mir. Wenn Du ihn streicheln willst, oder ihm die Leine umlegen möchtest, zuckt Dein Hund ängstlich zusammen und/oder läuft weg.

Besonders wenn Dein Hund Angst vor Dir hat, solltest Du ein ganz langsames Tempo wählen, um eine vertrauensvolle Bindung zwischen Euch aufzubauen. 

Tipp: Reagiert Dein Hund ängstlich auf Dich, dann solltest Du nicht auf ihn zugehen und ihn auch nicht zu Dir locken wollen. Du solltest geduldig darauf warten, dass Dein pelziger Freund von alleine auf Dich zukommt. Sobald er dies freiwillig tut, wird er natürlich sofort mit einem Leckerli belohnt.

Wenn Dein Hund z.B. ängstlich reagiert wenn Du ihm die Leine umbinden willst, könntest Du die Situation verändern. Vielleicht eine neue Leine? Oder Du ziehst andere Schuhe an? Eine andere Jacke? Es können nämlich solche Kleinigkeiten sein, die Deinen Hund an eine vergangene angstvolle Situationen erinnern.

10. Hund hat Angst vor Silvester

Der Klassiker unter den Angstauslösern beim Hund ist die Silvesternacht. Der Krach, die Lichtblitze und die Gerüche von Feuerwerk und Böllern erschrecken die allermeisten Hunde. Die verängstigten Tiere jaulen, winseln und suchen ein Versteck, wo sie sich meist zitternd vor Angst verkriechen möchten.

Aber nicht erst um Mitternacht wird geknallt, sondern auch schon viele Stunden vorher. Deshalb solltest Du eine ganz ruhige Strecke zum Gassigehen aussuchen. Ansonsten solltest Du Deinen Hund genauso behandeln, wie Du es bei einem Gewitter tust.

Tipp: Du solltest Silvester nur angeleint mit Deinem Hund nach draußen gehen. So mancher Hund ist bei einem gezündeten Böller oder einer Rakete so in Panik geraten, dass er vor Schreck weggelaufen ist und nicht wieder nach Hause gefunden hat.

So kannst Du Die Angst Deines Hundes an Silvester lindern:

Du solltest Deinen pelzigen Freund an diesem Abend nicht allein lassen. Dein Hund hat Angst und braucht Dich an diesem Tag. Du solltest die Rollläden und/oder Vorhänge zuziehen und die Fenster und Türen schließen, damit der Lärm und die Lichtblitze möglichst gedämpft werden.

Um die Feuerwerksgeräusche zu übertönen, könntest Du den Fernseher oder das Radio einschalten und etwas lauter einstellen. Das sind gewohnte Geräusche für Deinen Hund, die ihn beruhigen werden.

Zusätzlich könntest Du ihn mit einem Schnüffelteppich ablenken. Er wird eine ganze Zeit lang damit abgelenkt sein, sich seine Leckerlis aus dem Teppich hervorzuholen. Auf diese Weise wird sein Geruchs- und Geschmackssinn gefordert und sein Gehörsinn steht nicht mehr so im Mittelpunkt.

Falls Dein Hund sich trotzdem unter dem Sofa oder Bett verstecken will, wäre eine kuschelige Hundehöhle eine gute Alternative als geschützter Rückzugsort für ihn. Darin wäre er bestimmt noch entspannter und für eine lange Zeit beschäftigt, wenn in der Höhle ein Kong liegen würde, der mit ein paar Leckerlis gefüllt wäre.

Du könntest auch versuchen, Deinen Hund mit einer Silvester-Geräusche-CD zu desensibilisieren. Diese CD spielst Du ihm dann eine möglichst lange Zeit vor Silvester immer wieder vor und erhöhst dann Stück für Stück die Lautstärke, bis Dein Hund ganz entspannt zuhören kann.

11. Hund hat Angst vorm Tierarzt

Die Angst vorm Tierarzt ist weit verbreitet unter Hunden und meist auch gut nachvollziehbar. Es waren doch zumeist unangenehme und/oder schmerzvolle Erlebnisse für ihn. Bei einem Tierarztbesuch reagieren viele Hunde panisch und bringen so auch ihre Besitzer an ihre Grenzen.

Du kannst aber dafür sorgen, dass Dein Hund den Tierarztbesuch als positives Erlebnis empfindet.

Tipp: Auch hier gilt: Je jünger der Hund bei seinem ersten Tierarztbesuch ist, desto besser wird er die nächsten Besuche verkraften. Besonders beim 1. Mal sollte der Tierarztbesuch ohne unangenehme Berührungen oder gar Schmerzen verlaufen.

Ein verständnisvoller Tierarzt wird den ersten Besuch dazu nutzen, um Deinen Hund zu streicheln und ihn spielerisch an Augen, Ohren und Nase zu berühren. Natürlich bekommt Dein Hund auch ein Leckerli vom Tierarzt.

Wenn die Tierarztpraxis in der Nähe ist, solltest Du mit Deinem Hund öfter mal daran vorbeigehen, damit er sich an diesen Weg gewöhnt. Termine solltest Du Dir in Begleitung Deines Hundes, persönlich in der Praxis geben lassen und Deinen Hund anschließend mit einem Leckerli belohnen. Bei einem Tierarztbesuch solltest Du natürlich ganz ruhig bleiben, da sich Deine Nervosität sonst auf Deinen Hund übertragen wird. Hat sich die Angst vor einem Tierarztbesuch schon beim Hund festgesetzt, wäre ein Hausbesuch eine gute Alternative. Ein Hausbesuch würde sich bei einfachen Routine-Untersuchungen, Impfungen, Wurmkuren, etc. anbieten.

12. Hund hat Angst vor Treppen

Besonders Welpen und kleine Hunderassen haben Angst vor Treppen und/oder Treppensteigen. Durch ein negatives Erlebnis können aber auch alle anderen Hunde davon betroffen sein. Vielleicht ist der Hund schon einmal die Treppe heruntergefallen oder er wurde von einem bösen Menschen die Treppe hinuntergeworfen. Auch Krankheiten können der Grund dafür sein, dass Dein Hund keine Treppen steigen will. Wenn er an Gelenkschmerzen leidet, wie z.B. Arthritis, chronische Arthrose, Hüftgelenksdysplasie oder einer Spondylose, dann hat er große Schmerzen beim Treppensteigen und Du solltest bei Verdacht sofort mit ihm zum Tierarzt gehen.

Tipp: Um Deinem pelzigen Freund die Angst vor Treppen zu nehmen, könntest Du wieder mit Leckerlis arbeiten. Du legst das Leckerli Schritt für Schritt etwas näher an die Treppe. Dann auf die 1. Stufe, auf die 2. Stufe u.s.w. Auf diese Art wird die Treppe durch die Leckerlis zu einem positiven Erlebnis.

ACHTUNG: Bleibt Dein Hund trotzdem ängstlich, darfst Du nicht mit ihm schimpfen. Er würde es wieder folgendermaßen kombinieren: Treppe = Schimpfe und damit würde sich das negative Erlebnis und die Angst noch tiefer einprägen.

Tipps und Tricks um Deinem Hund die Angst zu nehmen

Wirksame Hilfsmittel & Tricks zur Angstbekämpfung beim Hund

Du solltest versuchen, den Angstauslöser herauszufinden und zukünftig Konfrontationen damit vermeiden. Ist dies nicht möglich, dann solltest Du Deinen Hund so schnell wie möglich aus dieser beängstigenden Situation befreien. Dabei solltest Du ruhig bleiben, keine schnellen und ruckartigen Bewegungen machen und Dich möglichst zwischen den Angstauslöser und Deinen Hund stellen.

Außerdem solltest Du immer daran denken, dass Angst von Deinem Hund nicht kontrollierbar ist. Wenn Du ihn wegen seiner Angst jetzt auch noch bestrafen oder mit ihm schimpfen würdest, dann könnte er aggressiv werden und die Angst würde sich noch weiter verfestigen. Den Hund zu bemitleiden wäre auch keine gute Idee, denn das würde ihn glauben lassen, dass seine Angst in dieser Situation völlig berechtigt war. Am besten bleibst Du ganz gelassen, denn Dein Hund spürt sofort wenn Du aufgeregt bist und übernimmt diese Stimmung. 

Diese Hilfsmittel & Tricks helfen bei der Bekämpfung von Angstzuständen:

Selbstbewusstsein vom Hund stärken

Ein ängstlicher Hund ist selten selbstbewusst. Du könntest das Selbstbewusstsein stärken, wenn Du dem Hund Tricks beibringen würdest. Hier haben wir für Dich genau beschrieben, wie Du Deinem Hund Schritt für Schritt ganz einfach Tricks und erste Kommandos beibringen kannst.

Wenn Du ihn beim Trainieren immer wieder ausgiebig lobst, wird er stolz sein und selbstbewusster in Angstsituationen reagieren.

• Ein anderer Hund zum trainieren

Da Hunde Rudeltiere sind, fühlen sie sich sicherer wenn andere Hunde um sie herum sind. Vielleicht könnte ein befreundeter, möglichst selbstbewusster und sicherer Hund helfen, Deinem Hund in Angstsituationen beizustehen und zu beruhigen.

• Keine Beruhigungsmittel geben

Beruhigungsmittel sind für einen ängstlichen Hund kontraproduktiv, denn sie stellen den Hund lediglich ruhig. Bekommt der Hund Beruhigungsmittel, kann er nicht mehr reagieren, sich nicht mehr wehren und auch nicht mehr flüchten. Der emotionale Zustand der Angst bleibt aber bestehen und wird durch lähmende Beruhigungsmittel nur noch verstärkt.

• Entspannung durch Aroma-Therapie

Besonders ängstliche Hunde reagieren positiv auf Aroma-Öle, wie z.B. Lavendel, die beim Stress-Abbau helfen können und entspannend wirken. Diese Öle wirken zweifach: Zum einen wirken sie beruhigend und zum anderen kann ihr Duft mit positiven Erlebnissen verknüpft werden.

Du könntest dieses Öl immer beim entspannten Kuscheln einsetzen. Das wird mit der Zeit dafür sorgen, dass Dein Hund den Duft des Öls mit Kuscheln verbindet und sich entspannt. Der bekannte Duft könnte dann auch in angstauslösenden Situationen hilfreich sein.

• Hanf-Öl und Hanf-Leckerlis beruhigen ängstliche Hunde

Hanf-Öl und/oder Hanf Leckerlis können auch eine große Hilfe für den ständig nervösen und ängstlichen Hund sein, der unter Dauerstress steht. Spezielles Hanf-Öl für Hunde kann dem ängstlichen Hund helfen, wieder zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Das Öl enthält außerdem noch wertvolle Zusatzstoffe, wie z.B. Omega-6-Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren, Lachsöl, etc.

Viele Hundebesitzer schwören auf Hanf-Leckerlis. Auch Hunde-Trainer empfehlen diese gesunden Leckerlis mit Hanf. Keine Angst, es sind keinerlei berauschende Substanzen enthalten.

• Wohlfühlbotschaft durch Pheromone

Es gibt im Handel Hundehalsbänder zu kaufen, die Pheromone ausstrahlen und den Hund entspannen können. So bleibt der Hund mit einem Calm-Halsband sichtlich ruhiger bei aufregenden Gassigängen.

• Berührungen mit dem Tellington-Touch

Dies ist eine Berührungstechnik, die beim Hund die Nervenbahnen stimuliert, Spannungen löst und dadurch einen positiven Effekt in Gang setzen soll. Besonders ängstliche Hunde können durch diese Technik erstaunlich profitieren.

Der Hund wird dabei von der Schnauze bis zu den Hinterpfoten, kräftig und mit festem Druck mit den Händen abgestrichen. Ist der Hund ganz besonders ängstlich könntest Du dabei die beruhigenden Signale der „Hundesprache“ benutzen: Lange gähnen, Kopf zur Seite wegdrehen und den Blick abwenden.

Ähnlich wirkt das so genannte Thundershirt für den Hund, welches eng um den Hundekörper anliegt. Dieser ständige und sanfte Druck wirkt auf den Hund wie eine Umarmung, ist beruhigend und gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit.

Diese wirkungsvollen Thundershirts werden von Tierärzten und Hundetrainern empfohlen und sind eine funktionierende Lösung ganz ohne Medikamente.

• Hundeverhalten nachahmen

Hat Dein Hund Angst vor einem Gegenstand, könntest Du ihn im Beisein Deines Hundes, vor Dir auf den Boden legen. Nun ahmst Du das typische Hundeverhalten nach: Zuerst mal mit den Fingern anstupsen, dann von allen Seiten betrachten und zum Schluss ausgiebig beschnüffeln.

Die meisten Hunde werden neugierig und kommen näher. Das ist der Zeitpunkt für ein Lob und ein Leckerli. Mit der Zeit wird Dein Hund die Angst vor diesem Gegenstand verlieren.

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