Warum hat mein Hund Knubbel unter der Haut?

Hund hat Knubbel unter der Haut – was ist das?

Tipps zur Bestimmung gutartiger und bösartiger Knubbel

Wenn Du bei Deinem Hund einen beweglichen Knubbel unter der Haut entdeckst, dann solltest Du diesen genau untersuchen. 

In den meisten Fällen wird es ein harmloser und gutartiger Knubbel sein, aber es könnte sich auch um einen aggressiven und bösartigen Tumor handeln. Deshalb solltest Du Deinen Hund unbedingt auch noch von einem Tierarzt untersuchen lassen. 

Mit welchen Kosten Du bei einer Krebserkrankung beim Hund rechnen musst, erfährst Du in unserer Tierarztkosten-Tabelle für Hunde. Wir empfehlen Dir, über eine Hundekrankenversicherung nachzudenken. Wie teuer diese Versicherungen sind und was sie absichern, darüber haben wir einen Extra-Bericht für Dich geschrieben: Was kostet eine Hunde-Krankenversicherung? 

Im folgenden Bericht erfährst Du alles, was Du über bewegliche Knubbel unter der Haut vom Hund wissen solltest. Wir listen die möglichen Auslöser von gutartigen und bösartigen Knubbeln beim Hund auf und geben Dir Tipps, wie Du den jeweiligen Knubbel erkennen und bestimmen kannst. Außerdem erklären wir Dir, was Du unbedingt tun solltest, wenn Du einen Knubbel beim Hund entdeckt hast.

Harmlose & Gefährliche Knubbel unter der Haut vom Hund – wie man sie unterscheiden kann

Es gibt viele bewegliche Knubbel unter der Haut beim Hund, die keinerlei Schmerzen verursachen und oft eine ganz harmlose Ursache haben. Trotzdem solltest Du Deine Entdeckung sofort mit dem Tierarzt besprechen, denn nur er kann eine ganz genaue Diagnose stellen.

Harmlosen Knubbel unter Hundehaut erkennen

a.) Gutartige Knubbel unter der Haut

Abszess – großer beweglicher Knubbel

Ein Abszess beim Hund ist in den meisten Fällen harmlos, aber sehr schmerzhaft.

Ein Abszess ist eine mit Eiter gefüllte Beule, die beweglich sein kann und in kurzer Zeit sehr groß werden kann. Wenn Du einen Abszess berührst, wird Dein Hund vor Schmerzen jaulen und in seiner Not evtl. sogar nach Dir schnappen

Ausgelöst wir so ein Abszess durch eine bakterielle Infektion, z.B. durch eine Bisswunde von einem anderen Tier. 

Ein Abszess geht selten von alleine zurück und sollte von einem Tierarzt behandelt werden, der ihn fachgerecht ausdrückt und die Wunde danach reinigt. Meist wird noch Antibiotika verschrieben. In seltenen Fällen muss der Abszess auch operativ entfernt werden. 

Auf keinen Fall solltest Du versuchen den Abszess selbst auszudrücken. Wird der Abszess nämlich nicht komplett entfernt, bilden sich immer wieder neue Eiteransammlungen. 

Erkennen kannst Du einen Abszess an folgenden Anzeichen: 

  • Der Knubbel und/oder seine Umgebung ist durch die Entzündung rötlich
  • Bei Berührung ist der Hund sehr empfindlich
  • Der Knubbel wird vom Hund ständig abgeleckt
  • Der Hund bekommt leichtes Fieber
  • Es kommt zu Appetitlosigkeit, der Hund frisst nicht
  • Ein Abszess wächst sehr schnell

Atherom (Grützbeutel) – große bewegliche Beule

Bei einem Atherom, auch Grützbeutel genannt, handelt es sich um eine gutartige Zyste, die meist durch eine verstopfte Talgdrüse entsteht und sehr langsam wächst. Besonders häufig tritt es bei älteren Hunden auf. 

Die beweglichen Knubbel sind mit Talg gefüllt und nicht schmerzhaft. Viele Hunde fühlen sich durch ein Atherom nicht gestört und somit muss dieses auch nicht zwangsläufig entfernt werden. 

Erst wenn sich ein Atherom entzündet oder wenn es so groß wird, dass es Deinen Hund stört, sollte es vom Tierarzt entfernt werden. 

Du solltest auf keinen Fall versuchen einen Grützbeutel beim Hund selbst zu entfernen, da er sich dabei entzünden könnte. Der Tierarzt muss ein Atherom samt seiner Kapsel aus dem Gewebe herausschälen, damit es sich nicht erneut mit Talg füllen kann. Dabei wird der Hund örtlich betäubt und anschließend wird er vorsorglich mit Antibiotika behandelt. 

Es kann auch vorkommen, dass sich ein Atherom spontan von alleine leert. Dann solltest Du die Austrittsstelle gründlich säubern und danach gut abdecken, damit der Hund nicht daran lecken oder knabbern kann. So verhinderst Du, dass Bakterien eintreten und eine Entzündung auslösen können. Natürlich solltest Du in diesem Fall ebenfalls einen Tierarzt aufsuchen, damit dieser die Kapsel herausschälen kann. 

Erkennen kannst Du ein Atherom an folgenden Anzeichen: 

  • Die verstopfte Talgdrüse hat mittig einen schwarzen Punkt
  • Bei Berührung hat der Hund keine Schmerzen
  • Ein Atherom kann so groß wie ein Hühnerei werden
  • Es wächst in der Regel in Regionen, die sehr stark behaart sind
  • Der bewegliche Knubbel wächst sehr langsam

TIPP: Oft verstopfen die Talgdrüsen beim Hund durch Schmutzablagerungen. Da häufigeres Baden aber seine Haut angreifen könnte, wäre ein hochwertiges Hunde-Shampoo mit natürlichen Inhaltsstoffen zu empfehlen. 

Brustwarzen – kein Knubbel

Einige Hundebesitzer wissen nicht, dass auch männliche Hunde 6 bis 10 Zitzen haben. Sie sind im Brust- und Bauchbereich zu finden und gut versteckt im dichten Fell. 

Irrtümlich werden die Brustwarzen dann für Knubbel, Zecken, etc. gehalten. 

Wenn Du einen Knubbel auf einer Seite findest, solltest Du überprüfen, ob es einen gleichen Knubbel auf der anderen Seite gibt. 

Histiozytom – beweglicher Knubbel

Ein Histiozytom ist ein gutartiger Hauttumor. Wodurch er entsteht, ist noch nicht erwiesen. Jedoch erkranken folgende Rassen häufiger daran: 

  • American Pit Bull Terrier 
  • Boston Terrier 
  • Bullterrier 
  • Boxer 
  • Labrador Retriever 
  • Shar-Pei 

Dieser Tumor wächst schnell heran und bildet sich nach einigen Monaten von selbst wieder zurück, so dass ein Entfernen in den meisten Fällen nicht nötig ist. 

Erkennen kannst Du ein Histiozytom an folgenden Anzeichen: 

  • Es ist ein haarloser beweglicher Knubbel, der rötlich ist
  • Ein Histiozytom hat meist einen Durchmesser von 2cm – 3cm
  • Der gutartige Tumor wächst sehr schnell und verschwindet dann wieder
  • Meist ist ein Histiozytom am Kopf zu finden

Impfnebenwirkung – kleiner Knubbel

Eine bekannte, aber harmlose Impfnebenwirkung ist eine Schwellung an der Einstichstelle, die als leicht beweglicher Knubbel wahrgenommen wird. 

Einige Experten meinen, dass diese Schwellung nicht vom Impfstoff stammt, sondern von dem Einstich der Nadel. Andere Experten führen die Schwellung auf die, in den Impfstoffen enthaltenen Lösungsmittel zurück. 

Dieser Knubbel wirkt sich nicht störend aus und verschwindet binnen einiger Tage von selbst. 

Bei langhaarigen Hunderassen kann es zu Entzündungen kommen, da die Einstichstelle nicht richtig desinfiziert werden kann. In diesem Fall solltest Du einen Tierarzt zu Rate ziehen. 

Lipom – weicher Knubbel

Ein Lipom ist eine harmlose Fettgeschwulst, die sich als weicher und beweglicher Knubbel unter der Haut bildet. 

Am häufigsten kommen sie bei übergewichtigen Hündinnen am Bauch und an den Beinen vor. Lipome sind schmerzlos und stören den Hund nicht. Nur wenn sie nah an Gelenken wachsen und zu groß werden, können sie den Hund beeinträchtigen. 

Erkennen kannst Du ein Lipom an folgenden Anzeichen: 

  • Ein Lipom verursacht keine Schmerzen und wächst langsam
  • Es finden sich häufig mehrere Lipome unter der Haut
  • Der Knubbel ist weich und nicht gerötet
  • Vermehrt kommt ein Lipom bei übergewichtigen Hündinnen vor

TIPP: Wenn Dein pelziger Freund übergewichtig ist, sollte er möglichst, über einen längeren Zeitraum hinweg, abnehmen. Mein Hund muss abnehmen – was füttern? Über dieses Thema haben wir einen ausführlichen Extra-Bericht für Dich geschrieben. 

Nesselsucht – mittelgroßer Knubbel

Die Nesselsucht ist eine allergische Reaktion, die ausgelöst wird durch z.B. Chemikalien, Futterunverträglichkeit beim Hund, Impfungen, Insektenstiche, etc. 

In den meisten Fällen ist die Nesselsucht ungefährlich. Nur wenn die Atmung vom Hund gefährdet ist und der Hund schwer atmet, solltest Du einen Tierarzt um Rat fragen. Der Tierarzt wird dann wahrscheinlich ein Antihistamin verschreiben. 

Bei der Nesselsucht kommt es zu mehreren und dicht gedrängten Knubbeln unter der Haut, die stark jucken. 

Erkennen kannst Du eine Nesselsucht an folgenden Anzeichen: 

  • Der Hund kratzt sich ständig
  • Es kann zu Schwellungen im Gesicht kommen und der Hund sabbert
  • Die teilweise geröteten Knubbel sind ca. 1cm – 3cm groß

TIPP: Bei Nesselsucht durch Futterunverträglichkeit beim Hund hilft evtl. eine Ernährungsumstellung auf artgerechtes Barfen. Auch der langsame Wechsel auf ein hypoallergenes Hundefutter kann dazu beitragen, Hautirritationen zu verhindern.

Parasitenbefall – kleine Knubbel

Viele Knubbel beim Hund sind auf Parasitenbisse zurückzuführen. Bisse von Flöhen, Zecken, Sandmilben, Grasmilben, etc. sorgen besonders in den Sommer- und Herbstmonaten für unliebsame Knubbel. 

Wenn Du einen Knubbel bei Deinem Hund fühlst, könnte es sich also um eine festgebissene Zecke handeln. Wie Du Deinen Hund vor Zecken schützen kannst und diese dann fachgerecht entfernen kannst, erfährst Du in unserem Extra-Bericht.

TIPP: Im Handel kannst Du wirksame Floh- und Zeckenhalsbänder für Hunde kaufen. Ein weiterer wirksamer Zeckenschutz ist ein Spot On Zeckenspray, welches über Monate hinweg den Hund vor Parasitenbefall schützt. 

Warzen – kein Knubbel

Bei älteren Hunden kommt es häufig zu einer Warzenbildung im Gesicht und an den Innenseiten der Schenkel. Sie werden beim Streicheln dann als bewegliche Knubbel wahrgenommen. 

Warzen sind ungefährlich und nicht schmerzhaft. Es sei denn, der Hund kratzt daran. Dann kann sich die Warze entzünden und der Tierarzt muss eingeschaltet werden. 

Entfernung von bösartigem Knubbel unter der Haut vom Hund

b.) Bösartige Knubbel beim Hund

Fibrosarkom – beweglicher Knubbel

Ein Fibrosarkom ist ein Weichteiltumor, der aus Bindegewebe heraus wächst und bei Hunden weit verbreitet ist. Dieser bösartige Tumor kann als beweglicher Knubbel unter der Haut gefühlt werden. Meistens wächst ein Fibrosarkom an den Beinen und dem Rumpf. Aber auch in der Nase und dem Maul kommt dieser Tumor vor. 

Besonders betroffen sollen ältere Hunde und große Hunderassen sein, wie z.B.: 

  • Dobermann 
  • Golden Retriever 
  • Irischer Wolfshund 

Zum Glück metastasiert ein Fibrosarkom selten. Es besteht bei einer operativen Entfernung die Hoffnung, dass nicht noch andere Organe davon betroffen werden. Oft wird nach der Operation noch eine Strahlentherapie verordnet. 

Erkennen kannst Du ein Fibrosarkom an folgenden Anzeichen: 

Mastzelltumor – geröteter Knubbel

Der weit verbreitete Mastzelltumor ist bösartig und kommt besonders häufig bei folgenden Hunderassen vor: 

  • Beagle 
  • Berner Sennenhund 
  • Boston Terrier 
  • Boxer 
  • Bullterrier 
  • Labrador Retriever 
  • Schnauzer 

Die Tumore bilden einzelne rötliche, runde Knubbel von 1 bis 3 cm, die besonders am Kopf, an den Beinen und am Rumpf auftreten. 

Je früher der Mastzelltumor erkannt und behandelt wird, um so größer die Überlebenschancen für den Hund. Der Tierarzt wird den Tumor operativ entfernen und danach wahrscheinlich eine Strahlen- oder Chemotherapie verordnen. 

Erkennen kannst Du einen Mastzelltumor an folgenden Anzeichen: 

  • Der Knubbel ist rund und gerötet und seine Umgebung leicht geschwollen
  • Die Größe beträgt ca. 1cm – 3cm
  • Um den Knubbel verliert der Hund seine Haare

Melanom – schwarzer Knubbel

Das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist sehr aggressiv und wächst schnell. Es bilden sich nicht nur Knubbel unter der Haut, besonders an den Pfoten, sondern auch in der Mundhöhle. Sie sehen ähnlich aus wie Leberflecken und manche Knubbel lassen sich auch bewegen. 

Hauptsächlich tritt ein Melanom bei älteren Hunden und bei folgenden Hunderassen auf:

Cocker Spaniel 

Dackel 

Pudel 

Erkennen kannst Du ein Melanom an folgenden Anzeichen: 

  • Der Knubbel ist meist schwarz und entsteht plötzlich
  • Der Hund leckt seine Pfoten, weil das Melanom starken Juckreiz auslöst und schmerzt
  • Der Hund hat keinen Appetit mehr und verliert an Gewicht

Milchdrüsen-Tumor – verschiedene Formen und Größen

Alle Hunde, auch Rüden, können an einem Brustkrebs erkranken, der sich dann als Knubbel im Zitzenbereich bemerkbar macht. Nicht kastrierte Hündinnen, die Hormone zur Unterdrückung der Läufigkeit bekommen, sind am meisten betroffen. 

Die Ursache für einen Milchdrüsentumor sollen hormonelle Gründe sein. Aber auch einige Hunderassen sind genetisch besonders häufig betroffen, wie z.B.:

  • Dackel 
  • Dobermann 
  • Pudel 
  • Schäferhund 
  • Setter 
  • Yorkshire Terrier 

Die Knubbel können sehr verschieden sein. Manche sind hart und verwachsen, andere sind weich und beweglich. Du solltest unbedingt sofort bei der Entdeckung einen Tierarzt zu Rate ziehen, da sich sonst Metastasen in den Knochen, der Lunge, etc. bilden können. 

Bei den oben genannten, besonders häufig betroffenen Hunderassen, kann es sein, dass der Tierarzt zu einer vorsorglichen Kastration rät. 

Erkennen kannst Du einen Milchdrüsen-Tumor an folgenden Anzeichen: 

  • Es können sich viele kleine Knubbel bilden, die dicht beieinander liegen
  • Der Milchdrüsen-Tumor kann beim Entdecken so groß wie eine Haselnuss sein und wächst dann immer weiter zu einer großen Geschwulst heran
  • Er kann weich, hart, verschiebbar oder fest verwachsen sein

Plattenepithelkarzinom – Warzenähnlicher Knubbel

Dieser bösartige Tumor kann sich nicht nur überall in der Haut, sondern auch an den Schleimhäuten befinden. 

Auch diese Tumorart findet man häufiger bei älteren Hunden. Ebenfalls bei großen kurzhaarigen Hunden, die eine dunkle Haut haben und sich viel in der Sonne aufhalten. 

Es gibt aber auch hier wieder Hunderassen, die besonders davon betroffen sind: 

  • Boxer 
  • Golden Retriever 
  • Labrador Retriever 
  • Pekinese 
  • Pudel 

Ein Plattenepithelkarzinom wird vom Tierarzt großzügig herausgeschnitten. Je früher die Diagnose steht und operiert wird, um so besser sind die Heilungschancen. 

Erkennen kannst Du ein Plattenepithelkarzinom an folgenden Anzeichen: 

Der Knubbel ist zunächst so ähnlich wie eine Warze

Er nimmt dann eine starke Rötung an und kann plötzlich bluten

Der Hund empfindet Schmerzen und einen starken Juckreiz

Was tun, wenn Dein Hund Knubbel unter der Haut hat?

Wenn Du einen Knubbel unter der Haut vom Hund festgestellt hast, solltest Du folgendermaßen vorgehen:

  1. Zuerst rufst Du den Tierarzt an und vereinbarst einen möglichst zeitnahen Termin. 
  2. Du notierst die Größe und Beschaffenheit des Knubbels und wann Du ihn entdeckt hast. 
  3. Überlege, ob es in der Vergangenheit zu Verletzungen oder Parasitenbefall kam. 
  4. Hat der Hund außer dem Knubbel noch andere Symptome, wie z.B. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Durchfall und/oder Erbrechen? Schreibe alles auf, was wichtig sein könnte und übergib diese Liste dem Tierarzt.