Darauf solltest du achten wenn du einen Hund adoptierst

Hund adoptieren – darauf solltest Du unbedingt achten

Wenn Du Dir einen Hund zulegen willst, musst Du Dich zuerst zwischen diesen beiden Möglichkeiten entscheiden:

  • Will ich einen Rasse-Welpen bei einem Züchter kaufen?
  • Oder will ich lieber einen Hund adoptieren?

Wer schon einmal in einem Tierheim war, der kennt die traurigen Augen der dort eingesperrten Fellnasen. 

Bei diesem Anblick ist die Entscheidung oft schon gefallen:
Ich adoptiere einen Hund mit trauriger Vergangenheit

Die Tierheime im In- und Ausland sind voll mit allen Arten von Hunden. Auch Welpen und Rassehunde warten dort sehnsüchtig auf ihr neues Frauchen oder Herrchen.

Aber sehen wir uns alle Vor- und Nachteile dieser beiden Möglichkeiten noch genauer an:

Hund kaufen oder adoptieren?

Wenn Du einen Rassehund kaufen möchtest, wirst Du wahrscheinlich nicht in einem Tierheim nach ihm suchen. Doch es gibt inzwischen viele Tierschutzvereine, die sich auf Rassehunde spezialisiert haben. Dort findest Du verlassene Fellnasen, die auf eine 2. Chance warten. Es handelt sich meist um Scheidungsopfer, ungeliebte Geschenke oder um Hunde von Verstorbenen.

Vor- und Nachteile beim Hundekauf

Bei einem Rassehund vom Züchter weiß man in etwa welchen Charakter und welches Temperament diese bestimmte Rasse hat. Auch bei der Größe und dem Gewicht gibt es keine großen Überraschungen. Allerdings gibt es auch keine Garantie auf gewisse Charaktereigenschaften, Temperament und Gesundheit. Lediglich bei der Optik bist Du auf der sicheren Seite, denn Du kannst Deinen Welpen aus dem Wurf aussuchen.

Ein Rassewelpe kostet ca. 1.000,- Euro und das ist einer der Gründe warum es so viele mehr oder weniger seriöse Züchter gibt.
Rasse-Hundezucht ist ein Millionengeschäft!
Viele dieser Hunde kommen aus fürchterlichen Zuchtfabriken. Die Hundemütter sind dauerträchtig und reinste Gebärmaschinen. Sie sind in einem erbärmlichen Zustand. Die Welpen werden der Mutter viel zu früh weggenommen. Sie sind auch oft krank und leiden ihr Leben lang.

Wieso du einen Hund adoptieren solltest

Hinzu kommt noch, dass es auch viele sogenannte Qualzüchtungen gibt. Hunde mit zu kurzer Nase, mit deformierten Hüften und auch unsichtbaren Fehlbildungen, nur damit es zur gerade angesagten Mode passt. 

Einen Hund zu adoptieren hat mehr Vorteile als Nachteile

Der wichtigste Punkt bei einer Adoption ist, dass Du keine dieser gnadenlosen Zuchtfabriken, zwielichtige Züchter und illegalen Hundevermehrer unterstützt. Erfahrungsgemäß sind Mischlinge auch pflegeleichter, intelligenter und viel entspannter.
 
Eine Hundeadoption ist auch nicht so teuer. Es muss lediglich eine Schutzgebühr von ca. 300,-- Euro gezahlt werden. Das sind die Kosten, die für die Untersuchungen, Impfungen, evtl. Kastration und bisherige Futterkosten angefallen sind.

Die meisten Hunde im Tierheim sind erwachsen und man kann ihre Eigenschaften gut erkennen. Du kannst Deinen Hund besuchen und mit ihm Gassi gehen. Diese Besuche kannst Du solange fortsetzen, bis Du Dir sicher bist, dass Du und Deine Fellnase ein gutes Team sein werdet.
Leider sind viele der Tierheimhunde durch ihre Erlebnisse traumatisiert. Es erfordert manchmal viel Geduld und noch mehr Liebe, damit so ein Hund wieder Vertrauen fassen kann.

Hund aus dem Tierheim adoptieren

Du musst Dir auch ganz sicher sein, dass Du Deinen Hund adoptieren willst. Der Hund wird Dich jahrelang begleiten. Er kostet Geld und auch Zeit und Nerven. Wenn Deine Entscheidung für den Hund gefallen ist, hast Du einen dankbaren und treuen Wegbegleiter an Deiner Seite, der Dich bedingungslos lieben wird.

Was muss ich VOR einer Hundeadoption bedenken?

  • Ich muss mit dem Hund bei Wind und Wetter ins Freie zum Gassigehen und Spielen.
  • Bin ich oder ein Familienmitglied allergisch gegen Hunde?
  • Erlaubt mein Vermieter die Hundehaltung?
  • Habe ich genügend Zeit, mich mit dem Hund täglich zu beschäftigen?
  • Der Hund hat eine Lebenserwartung von ca. 15 Jahren. Kann ich mich solange um ihn kümmern?
  • Wer kann sich außer mir noch um den Hund kümmern, wenn ich ins Krankenhaus muss oder Urlaub ohne Hund machen will?
  • Kann ich die Kosten tragen, die anfallen für Steuern, Haftpflichtversicherung, Futter, Tierarzt, etc.?

Die ersten Tage mit einem adoptierten Hund

Es ist wichtig, dass der Hund Ruhe und Zeit hat, um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Dazu gehören kurze Spaziergänge in nicht sehr belebten Gebieten.
Bereite ihm seinen eigenen Ruheplatz vor. Mit einem Körbchen oder einem großen weichen Kissen und mit Futternapf und Trinknapf. Dort setzt Du ihn ab, damit er weiß, dass es jetzt sein Platz ist.

Auf viel Besuch, die den neuen Hund kennenlernen wollen, erst einmal verzichten.
Den Hund nicht bedrängen. Wenn er sich an Dich und Deine Familie gewöhnt hat, wird er von sich aus Kontakt aufnehmen.

Lasse den Hund niemals mit Kindern unbeaufsichtigt. Erkläre den Kindern die Körpersprache des Hundes. Sorge für einen Rückzugsort, wohin sich der Hund vor Kindern zurückziehen kann.
Wenn Du schon einen Hund hast, dann lass sich die beiden draußen auf neutralem Boden kennenlernen. Füttere die beiden Hunde am Anfang getrennt, damit kein Futterneid oder Streit aufkommt.

Wenn Du eine Katze hast, dann lass die beiden nicht unbeaufsichtigt in einem Raum. Sorge dafür, dass Deine Katze einen Rückzugsort hat, wohin der Hund nicht folgen kann. Auch in dieser Situation anfangs nicht zusammen füttern.

Achte darauf, dass Du ein wirklich gut sitzendes Halsband für Deinen neuen Freund bereitliegen hast. Noch besser ist ein passgenaues Geschirr wenn Du mit ihm in fremder Umgebung und bei fremden Geräuschen spazieren gehst. Er könnte sich erschrecken und in Panik weglaufen.

Adoptierter Hund hat Eingewöhnungsschwierigkeiten

In den ersten Tagen und Wochen im neuen Zuhause kann es zu folgenden Eingewöhnungsschwierigkeiten kommen: 

  • Dein adoptierter Hund ist ängstlich und bellt viel.
  • Es gibt Probleme wegen Stubenreinheit.
  • Hund hat keinen Appetit.
  • Ständige Unruhe und Schlafprobleme stellen sich ein.
  • Dein Hund versteckt sich oft.

Diese Probleme verschwinden durch viele Streicheleinheiten mit der Zeit. Sie hören auf, wenn sich Dein Hund eingewöhnt hat und sich bei Dir sicher fühlt. Wie Du am besten mit diesen Verhaltensweisen umgehst, vermittelt Dir auch gerne das Tierheim. 

Einen Hund aus dem Ausland adoptieren

Bei Hunden aus dem Ausland handelt es sich meist um Straßenhunde, die schon viel Leid erlebt haben. Sie wurden oft geschlagen oder gequält und viele sind deshalb sehr ängstlich.
Auf verschiedenen Plattformen kannst Du Dir Fotoalben mit Fotos von den abzugebenden Hunden ansehen und Dir einen davon aussuchen. Auch bei ausländischen Hunde-Adoptionen ist eine Schutzgebühr von ca. 400,-- Euro zu zahlen.

Diese Hund wurden tierärztlich untersucht und sind geimpft und kastriert. Sie haben einen Chip und reisen mit einem gültigem EU-Heimtierausweis nach Deutschland.
Die Hunde z.B. aus Rumänien werden nach Deutschland gebracht und sind zwischen 20 und 40 Stunden unterwegs in Transportern. Dort sind sie in fest integrierten Boxen untergebracht. In der ganzen Zeit können die Hunde wegen Fluchtgefahr nicht Gassi gehen. Sie werden während der Fahrt lediglich mit Futter und Wasser versorgt.

Hund aus dem Ausland adoptieren

Du kannst Dir vorstellen, dass Dein Hund nicht besonders gut riechen wird. Du darfst ihn aber nicht gleich baden, weil das für ihn zusätzlichen Stress nach der langen Fahrt bedeutet. Am besten erst einmal eine alte Decke als Lager herrichten.

Probleme bei Hundeadoption aus dem Ausland

Da es sich hier um Straßenhunde handelt, kennen die Hunde kein Gassigehen. Sie kennen auch keine Leine an der sie geführt werden.

Damit der Hund nicht gleich wieder wegläuft und erneut zum Straßenhund wird, musst Du ihn gut sichern. Am besten führst Du ihn mit einem Zugstopp-Halsband und einer Führleine. Außerdem noch ein Geschirr mit 3 Gurten und eine Leine, die an Deinem Körper befestigt wird. Wenn er nach einiger Zeit Vertrauen zu Dir gefasst hat, wird das nicht mehr nötig sein.
Viele waren noch nie in einem Haus oder einer Wohnung und wissen nicht, wie man sich dort verhält.

Das heißt: Diese Hunde sind oft nicht stubenrein. Aber auch das Problem ist lösbar, denn Hunde lernen schnell.

Auch Autofahren will gelernt sein. Gewöhne Deine Fellnase allmählich mit kurzen Strecken daran. Dann wird seine Übelkeit samt Brechreiz bald Vergangenheit sein.

Wenn Du einen Straßenhund adoptieren willst, kann es auch zu Schwierigkeiten und Problemen mit Männern kommen. Schon eine tiefe Männerstimme kann für Panik und Flucht sorgen. Der Grund ist ganz einfach: Hundefänger sind männlich. Straßenhunde werden meistens auch von Männern misshandelt. 

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