Warum Hundesteuer zahlen?

Warum muss ich eigentlich Hundesteuer zahlen? Alle Fakten im Überblick

Bestimmt hast Du Dich auch schon gefragt, warum Du eigentlich Hundesteuer zahlen sollst. Es ist doch so, dass Du keine Gegenleistung für diese Steuerzahlung bekommst.

Du bezahlst sein schon besteuertes Futter, bezahlst den Tierarzt und sammelst auch immer seine Hinterlassenschaften beim Gassigehen im Plastikbeutel auf. Wirst Du erwischt, wenn Du sein Häufchen nicht beseitigst, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bestraft wird.

Trotzdem musst Du noch eine jährliche Hundesteuer zahlen, die von Bundesland zu Bundesland und von Gemeinde zu Gemeinde in Deutschland stark variiert.

INHALTSVERZEICHNIS:

Die Hundesteuer fällt übrigens für jeden Hund an, den Du besitzt und sie erhöht sich deutlich für jeden weiteren Hund.

Gehört Dein Hund dann noch zu den als gefährlich eingestuften Listenhunden, dann wird es mit einer stark erhöhten Steuer, mit oftmals über 1.000 Euro im Jahr richtig teuer.

Warum Hundesteuer immer gezahlt werden sollte – Vorsicht Strafe!

Wenn Du Deinen Hund nicht anmeldest und auch keine Steuern für ihn zahlst, wird das als Ordnungswidrigkeit angesehen und mit saftigen Bußgeldern bestraft.

Es gibt durchaus Kontrollen, bei der überprüft wird, ob Dein Hund eine Steuermarke am Halsband hat oder nicht.

Warum Hundesteuer und keine Katzensteuer

Warum Hundesteuer und keine Katzensteuer?

Viele Hundebesitzer finden das unfair, denn es tummeln sich weit mehr Stubentiger als Hunde in Deutschlands Wohnungen. Außerdem sind sehr viele Katzen sogenannte Freigänger, die auch ungestraft in Blumenbeeten, Grünflächen, etc. ihr Geschäft erledigen dürfen. 

Das hat seinen historischen Grund: Früher waren Katzen nämlich noch reine Nutztiere. Sie wurden gehalten, um Schädlinge, wie z.B. Mäuse und Ratten zu fangen und Nutztiere waren steuerfrei.

Bis heute hält sich das Finanzamt zurück, denn der Aufschrei der Katzenbesitzer wäre zu groß, wenn heutzutage eine Katzensteuer eingeführt werden sollte. Außerdem kann Katzen schlecht nachgewiesen werden, dass sie Freigänger sind.

Wann muss ich keine Hundesteuer zahlen?

Du bist von der Hundesteuer befreit oder musst weniger zahlen, wenn Du Deinen Hund für gewerbliche Zwecke hältst, z.B.:

  • Als Wachhund oder wenn Dein Hund die Begleithundeprüfung bestanden hat
  • Rettungshunde und Diensthunde
  • Wenn Du eine gewerbliche oder private Zucht betreibst
  • Auch Schäfer müssen für ihren Hund keine Steuern zahlen
  • Blindenhunde sind ebenfalls von der Hundesteuer befreit

Auch wenn diese Hunde von der Hundesteuerzahlung ganz oder teilweise befreit sind, müssen sie trotzdem ordnungsgemäß angemeldet werden, um eine Hundesteuermarke für ihr Halsband zu bekommen.

Wann und wo muss der Hund angemeldet werden?

Du musst Deinen Hund innerhalb von 2 bis 4 Wochen in Deiner Gemeinde oder Stadt anmelden. Das Anmeldeformular bekommst Du im Bürgerbüro Deiner Gemeinde oder im Rathaus oder Ordnungsamt Deiner Stadt. Es werden auch schon Onlineanmeldungen auf der Homepage Deiner Stadt angeboten. Diese Anmeldung ist kostenlos.

Nach erfolgreicher Anmeldung bekommst Du neben dem Steuerbescheid auch eine Steuermarke, mit individueller Steuernummer für Deinen Hund, die Du an seinem Halsband anbringen musst.

Auch die Steuermarke ist kostenlos. Wenn die Steuermarke verloren geht, wird sie kostenlos vom Finanzamt ersetzt.

Seit wann gibt es Hundesteuer

Seit wann muss eigentlich Hundesteuer gezahlt werden?

Großbritannien führte als erstes Land im Jahr 1796 eine Hundesteuer ein und seit 1807 musste auch in Deutschland Hundesteuer gezahlt werden.  Warum wurde Hundesteuer eingeführt?

Ordnungspolitisches Ziel war eine Begrenzung der Hundeanzahl, um z.B. streunende Hunde und die Verbreitung der Tollwut einzudämmen. 

Die Hundesteuer galt außerdem als eine Art Luxussteuer. Es sollten nur reiche Personen einen Hund besitzen. Diese sollten genügend Geld besitzen, um für seinen Unterhalt aufzukommen und vor allem, um die Steuern zahlen zu können.

Muss weltweit Hundesteuer gezahlt werden?

Nein, weltweit ist es nicht üblich Hunde zu besteuern. Nur in wenigen Ländern, wie z.B. in der Bundesrepublik Deutschland oder Österreich ist das so. Großbritannien, welches 1796 als erstes Land eine Hundesteuer einführte, schaffte diese Steuer bereits im Jahr 1987 wieder ab. Auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Schweden, Spanien und Ungarn, um nur einige europäische Länder zu nennen, verzichten auf eine Besteuerung von Hunden.

Wieviel Hundesteuer muss ich zahlen?

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es keinen einheitlichen Hundesteuersatz. Die jeweiligen Gemeinden und Städte können selbst entscheiden, wie hoch sie die Steuer ansetzen. Aus diesem Grund gibt es gravierende Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde und von Stadt zu Stadt. Im Schnitt ist mit Steuern zwischen 20 Euro und 200 Euro im Jahr für einen Hund zu rechnen. Die genauen Steuersätze kannst Du in der Hundesteuersatzung Deiner Gemeinde einsehen.

Für die als aggressiv und gefährlich geltenden Listenhunde (Kampfhunde) wird ein erhöhter Steuersatz verlangt, der durchaus über 1.000 Euro im Jahr betragen kann. Unter diesen erhöhten Steuersatz fallen auch auffällige Hunde anderer Rassen, die schon Menschen angefallen und/oder gebissen haben.

Diese Hunde können aber an einem Wesens- und Verhaltenstest teilnehmen, bei dem untersucht wird, ob der Hund wirklich gefährlich und aggressiv ist. Wenn der Hund diesen Test besteht, gilt er als ungefährlich. Der Besitzer muss dann auch keine sogenannten Kampfhund-Auflagen erfüllen, wie z.B. Leinenzwang, Maulkorbpflicht, Warnschild am Grundstück, etc.

Wenn Du Deinen Wohnort wechselst, musst Du Dich und auch Deinen Hund ummelden. Du bekommst dann die zu viel gezahlte Hundesteuer vom alten Wohnort zurück, musst aber ab diesem Datum die Hundesteuer in Deinem neuen Wohnort zahlen.

Wofür wird eigentlich Hundesteuer gezahlt?

Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine Aufwandssteuer, die jede Stadt oder Gemeinde beliebig festsetzen kann und zwar ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen.

Wenn Du bisher angenommen hast, dass die Hundesteuer zur Entfernung von „Häufchen“ in den Straßen genutzt wird, hast Du Dich geirrt. Dafür bist alleine Du verantwortlich und wenn Du es nicht tust und dabei erwischt wirst, dann bekommst Du eine Geldstrafe. Mit der Hundesteuer muss auch keine hundefreundliche Umgebung, wie z.B. eine Spielwiese gefördert werden.

Die sehr willkommenen Hunde-Steuereinnahmen betragen jährlich immerhin fast 400 Millionen Euro in der Bundesrepublik Deutschland. Diese werden von den Gemeinden und Städten dazu genutzt, um entstandene Löcher in der Haushaltskasse zu stopfen oder um Straßen zu erneuern und ähnliches.

Kann man bei der Hundesteuer sparen?

Das wird schwierig. Aber ein paar Möglichkeiten gibt es:

  • Du könntest in einen anderen Ort umziehen, wo eine geringere Hundesteuer erhoben wird.
  • Wenn Du Dir einen Hund anschaffen möchtest, dann hole doch einen Hund aus dem Tierheim zu Dir. Ein Hund aus dem Tierheim ist oft für ein oder zwei Jahre von der Hundesteuer befreit.
  • Hast Du ein geringes Einkommen oder bist Rentner, dann erkundige Dich bei Deiner Gemeinde oder Stadt, ob eine Ermäßigung bei der Hundesteuer für Dich in Frage kommt.
  • Du hast einen Hundesitter beauftragt, der mit Deinem Hund Gassi geht, wenn Du arbeiten musst? Dann kannst Du diese Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen.
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