Mein Hund macht Geräusche als würde er ersticken

Hund macht Geräusche wie Ersticken – Du musst sofort handeln!

Wenn Dein Hund hustet, keucht und würgt als würde er ersticken, ist das ein beängstigender Anblick.

Ist dieser Erstickungsanfall beim Hund gleich wieder vorbei, dann hat er sich einfach nur verschluckt und alles ist wieder gut.
 
Kommt es aber häufiger zu solchen Anfällen, dann solltest Du mit Deinem Hund unbedingt zum Tierarzt gehen, denn es kann auch eine ernsthafte Krankheit dahinter stecken.

Hier kannst Du mit einem Tierarzt schnell und einfach via WhatsApp sprechen.

Nachfolgend erläutern wir Dir, wie Du Deinem Hund bei einem Erstickungsanfall am besten helfen kannst:
Wie du erkennst, ob Dein Hund kurz vorm ersticken ist

Hund macht Geräusche wie Ersticken – Symptome erkennen

Wenn Dein Hund hustet als würde er ersticken, nimmt er eine bestimmte Haltung an:

Seine Pfoten stehen weit auseinander und der Kopf ist nach vorne geneigt, mit lang gestrecktem Hals.

Er gibt heisere Erstickungsgeräusche von sich und Schleim tropft manchmal aus seinem Mund.

Es passiert häufig beim Fressen. Dein Hund hat sich an seinem Futter verschluckt und es ist ihm im Hals stecken geblieben.

Er versucht nun zu husten, aufzustoßen und zu erbrechen, um es wieder hervorzuwürgen.

Sobald er dies geschafft hat, ist alles wieder in Ordnung und Du musst Dir keine Sorgen machen.

Ohne vorherige Nahrungsaufnahme hat Dein Hund vielleicht einen Fremdkörper verschluckt, der jetzt seinen Hals und somit seine Atmung blockiert.

Häufig handelt es sich um einen verschluckten Knopf oder ein kleines Spielzeug.

Sogar eine verschluckte Socke wurde schon im Hundehals entdeckt.

In allen Fällen solltest Du sofort einen Tierarzt benachrichtigen.

ACHTUNG!

Zeigen sich folgende Symptome, ist keine Zeit mehr, um zum Tierarzt zu gehen:

  • Dein Hund kann nicht mehr schlucken
  • Seine Zunge und Zahnfleisch verfärben sich blau

Du musst 1. Hilfe leisten, sonst erstickt Dein Hund und stirbt binnen Minuten!

1. Hilfe wenn Dein Hund kurz vorm Ersticken ist - jede Sekunde zählt

Wenn der Zustand Deines Hundes immer schlechter wird und er wirklich zu ersticken droht, dann bleibt keine Zeit mehr, um zum Tierarzt zu gehen.
 
Jetzt zählt jede Sekunde und Du musst 1. Hilfe leisten!

Zuallererst musst Du Dich zwingen, ruhig zu bleiben und nicht in Panik geraten.

Versuche jetzt in möglichst normaler Stimmlage Deinen Hund zu beruhigen. 

Wenn Du jetzt panisch reagierst, wird sich das auf Deinen ohnehin schon verängstigten Hund übertragen. 

Es gibt 3 Möglichkeiten um Deinem Hund zu helfen:

ACHTUNG: Sollte eine angewandte Möglichkeit nicht sofort zum gewünschten Erfolg führen, darfst Du Dich nicht länger damit aufhalten, sondern musst sofort die nächste Möglichkeit anwenden!

1. Fremdkörper entfernen durch Pinzette

Wenn Dein Hund noch nicht in Panik geraten ist und Du ihn noch gut festhalten kannst, sind folgende Anleitungen hilfreich:
 
Öffne das Maul vom Hund und leuchte am besten mit einer Taschenlampe hinein, um einen Fremdkörper besser sehen zu können.

Wenn es möglich ist, kannst Du ihn nun mit Hilfe einer Pinzette heraus ziehen.

Arbeite ganz vorsichtig, damit der Fremdkörper dabei nicht noch tiefer gedrückt wird und achte darauf, dass Du seine Schleimhaut dabei nicht verletzt.

Bei einem Hund mit kurzer Schnauze kommt es vor, dass das zu lange Gaumensegel die Luftröhre blockiert. 

Indem Du einen Finger in sein Maul steckst, kannst Du überprüfen, ob seine Atemwege frei sind.

2. Fremdkörper entfernen durch Ausnutzung der Schwerkraft

Dein Hund wird instinktiv seinen Hals strecken und seinen Kopf nach unten neigen, um den Fremdkörper herauszuwürgen.

Dabei kannst Du ihn folgendermaßen unterstützen:

Hilfe bei einem kleinen Hund

Der kleine Hund muss in eine Stellung gebracht werden, dass der Kopf nach unten zeigt.

Dabei musst Du darauf achten, dass seine Wirbelsäule nicht beschädigt wird.

Seinen Kopf und Körper musst Du dabei gut abstützen.

Nun ganz vorsichtig schütteln und noch vorsichtiger auf den kleinen Rücken klopfen.

Hilfe bei einem großen Hund

Einem großen Hund kannst helfen, indem Du seinen hinteren Rücken leicht anhebst.

Du umfasst seinen Bauch und hebst sein Hinterteil etwas an. 

Dabei kannst Du dann etwas kräftiger auf sein Brustbein klopfen. 

Wenn Du körperlich dazu in der Lage bist, kannst Du ihn auch ganz hochheben und schütteln und klopfen.

3. Fremdkörper entfernen durch Anwendung des Heimlich-Griffs

Der Heimlich-Griff wird eigentlich bei Menschen angewandt und hat schon viele vor dem sicheren Erstickungstod bewahrt.

Du gehst folgendermaßen vor:

Bei großen Hunden

Du greifst von hinten mit beiden Armen um die Taille vom Hund.

Jetzt ertastest Du, wo die Rippen enden und der weiche Bauch beginnt.

Dorthin, genau in die Mitte, legst Du jetzt eine Hand, die zur Faust geballt ist.

Diese Faust umschließt Du nun mit Deiner anderen Hand und presst jetzt 5 x hintereinander ruckartig die Faust in den Bauch, in Richtung Kopf.

Im besten Fall wird Dein Hund jetzt den Fremdkörper im hohen Bogen ausspucken.

Wenn nicht, dann nach einigen Sekunden den Heimlich Griff beim Hund wiederholen.

Bei mittelgroßen Hunden

Du gehst vor wie bei großen Hunden, presst aber nicht so kräftig die Faust in seinen Bauch. 

So beugst Du Verletzungen vor.

Bei kleinen Hunden

Du gehst vor wie bei großen Hunden, machst aber keine Faust sondern drückst nur 2 Finger ganz vorsichtig gegen seinen Bauch.
 
ACHTUNG: Wenn Du kräftiger drückst, könntest Du ihm die Rippen brechen.

Warum Dein Hund Geräusche macht, als würde er ersticken

Mögliche Ursachen wenn Dein Hund Geräusche macht als würde er ersticken

Viele verschiedene Ursachen können zu den Geräuschen führen, aber alle Ursachen benötigen die Hilfe eines Tierarztes.

Allergie

Eine Allergie beim Hund kann z.B. durch bestimmte Nahrungsmittel, Putzmittel, etc. ausgelöst werden.

Es kommt dabei zu Schleimabsonderungen durch Nase und Augen.

Außerdem schwellen die Schleimhäute im Hals und Rachen an.

Dadurch verengen sich die Atemwege und es kommt zu Kurzatmigkeit, die zu Erstickungsgeräuschen beim Hund führen kann.

Angina

Bei einer Mandelentzündung beim Hund können die Mandeln im Rachen so stark anschwellen, dass der Hund Schwierigkeiten beim Atmen bekommt und es dadurch zu Geräuschen wie Ersticken kommt.

Brachycephale Hunderassen

Diese Hunderassen haben einen verkürzten Schädel und somit eine verkürzte Nase mit zu engen Nasenlöchern.

Außerdem ist der Rachen verkürzt und hat ein zu langes Gaumensegel.

Diese armen Hunde leiden ständig unter Atemnot und geben dadurch starke Atemgeräusche von sich.

Das für den kurzen Rachen zu lange Gaumensegel kann sogar eingeatmet werden und so die Luftröhre verstopfen und zu Erstickungsanfällen führen.

Die zu engen Nasenlöcher können durch eine einfache Operation erweitert werden, damit der Hund dann besser atmen kann.

Fremdkörper

Es kann bei jedem Spaziergang passieren: Dein Hund verschluckt einen Fremdkörper und dieser bleibt ihm im Hals stecken.

Das kann auch durchaus ein größeres Teil sein, wie z.B. ein Golfball.

Treten die Erstickungsgeräusche nach einem Spaziergang auf, solltest Du immer zuerst an einen festsitzenden Fremdkörper denken.
 
Erkennen kannst Du es daran, dass Dein Hund sein Maul ständig offen hält.

Er versucht aufzustoßen und beginnt anfallsartig zu husten.

Außerdem kann sich Blut im Speichel befinden und Schaum aus seiner Nase laufen.

Dazu würgt er und wirft seinen Kopf wild hin und her, um den Fremdkörper wieder loszuwerden.

Wie Du verhindern kannst, dass Dein Hund Dinge Frisst, die er nicht fressen soll, erfährst Du im Anti-Giftköder-Training Blogbeitrag.

Herzprobleme

Herzkrankheiten beim Hund äußern sich oft durch keuchende Atemnot und treten besonders häufig bei älteren Tieren auf.

Der Hund glaubt ersticken zu müssen, weil z.B. der vergrößerte Herzmuskel auf die Luftröhre drückt und diese einengt.

Besonders an heißen Sommertagen und nach körperlichen Anstrengungen kommt es dann zu dramatischen Erstickungsanfällen.

Husten

Wenn Dein Hund hustet als würde er gleich ersticken, kann das verschiedene Gründe haben:

  • Vielleicht ist das Halsband vom Hund zu eng oder wurde zu stark angezogen. Sein Halsband sollte immer noch Platz für 2 Finger haben.
  • Der Hund hat z.B. einen Wollklumpen, ein Knochenstück, oder ähnliches verschluckt und im Hals stecken.
  • Im Winter kann er sich bei einem Spaziergang oder beim Liegen auf einem kalten Untergrund erkältet haben.
  • Eine Infektion mit dem ansteckenden Zwingerhusten ruft ebenfalls ein erstickungsartiges Husten beim Hund hervor. Als erstes Anzeichen kommt es zu einer Schaumbildung am Mund und später zum Anschwellen der Mandeln und der Lymphknoten. Eine Impfung soll eine Ansteckung verhindern können.

Insektenstich

Es kann durchaus passieren, das an den Erstickungsgeräuschen beim Hund ein Bienen-, Hornissen- oder Wespenstich schuld ist.

Wenn das Insekt in den Hals oder Rachen gestochen hat, wird dieser so stark anschwellen, dass der Hund keine Luft mehr bekommt.

Hier musst Du sofort für Kühlung sorgen, damit die Schwellung nicht zu stark wird.
 
Am besten hast Du bei Ausflügen immer ein Erste Hilfe Set für alle Fälle dabei, welches Kühlpads, Verbandszeug, Zeckenzange, etc. enthält.

Hier findest Du weitere Informationen, wie Du Deinem Hund helfen kannst, wenn er von einem Insekt gestochen wurde.

Kehlkopflähmung

Bei einer Kehlkopflähmung ist die Funktion des Öffnens der Stimmritze nicht mehr gegeben.

Durch die Lähmung bleibt es bei einer dauerhaften Engstellung und die Atmung wird massiv behindert. 

Beim Einatmen durch die jetzt viel zu kleine Öffnung, entstehen verstärkte Atemgeräusche.

Es kommt zu Atemnot und Erstickungsanfällen.

Linderung bringt nur eine komplizierte Operation.

Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung beim Hund löst einen schmerzhaften Husten aus, begleitet von Atembeschwerden.

Die Nase sondert sehr viel Schleim ab und es kommt beim Atmen zu rasselnden Geräuschen, die an ein Ersticken denken lassen.

Rückwärtsniesen

Beim Rückwärtsniesen beim Hund wird keine Luft ausgestoßen, sondern nur Luft durch die Nase eingezogen und das in sehr schneller Geschwindigkeit.

Dieses Geräusch hört sich an, als würde der Hund ersticken.

Obwohl sich das Rückwärtsniesen beängstigend anhört, ist es doch meistens völlig harmlos.

Besonders häufig kommt es bei kleinen Hunden, wie z.B. dem Yorkshire Terrier und bei brachycephalen Hunderassen vor.

Bei einem Anfall reißt der Hund die Augen weit auf und hebt den Kopf an.

Hier findest Du einen Blogbeitrag zum Thema Rückwärtsniesen und Rückwärtshusten.

Wurmbefall

Nicht nur Straßenhunde leiden unter Würmern.

Auch Dein Hund kann sich bei einem Spaziergang schnell damit infizieren.

Es gibt Würmer, die nicht nur im Darm leben, sondern auch die inneren Organe befallen.

Durch die anhaltende Vermehrung der Würmer kommt es auch zu einer Beeinträchtigung der Atemwege mit trockenem Husten.

Bei einem massiven Wurmbefall steigen die Würmer von der Lunge bis in die Luftröhre auf.

Die Luftröhre wird nun durch die Würmer verengt und der Hund hat das Gefühl, als würde er ersticken. Eine regelmäßig durchgeführte Wurmkur kann hier helfen.

Wie Du Deinen Hund entwurmen kannst erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

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