Hund frisst Leckerli aber kein Hundefutter

Hund verweigert Futter, frisst aber Leckerlis – Ursachen & Lösung

Es gibt sehr viele Gründe, die dazu führen können, dass Dein Hund sein Futter nicht mehr fressen will. 

In den meisten Fällen ist dieses Verhalten jedoch völlig harmlos und ungefährlich.

Nachfolgend erläutern wir dir harmlose & gefährliche Ursachen, weshalb Dein Hund sein Futter verweigert aber Leckerlis frisst.

Hund frisst nur noch Leckerlis und kein Hundefutter

Ursachen - warum Dein Hund sein Futter verweigert

Da Dein Hund Dir nicht sagen kann, warum er sein Futter nicht mehr fressen mag, musst Du ihn jetzt gut beobachten und auch nach Veränderungen in seinem Verhalten suchen.

Um gefährliche Ursachen auszuschließen, solltest Du als erstes sein Maul auf ZahnschädenEntzündungenFremdkörper oder Verletzungen überprüfen. Taste auch seinen Bauch ab, ob er hart ist und Deinem Hund Schmerzen bereitet.

Hund verweigert sein Futter harmlose Ursachen

Deine Fellnase ist plötzlich wählerisch und zum Feinschmecker geworden?
Könnte es sein, dass Du ihm zu viele Leckerlis anbietest und er einfach keinen Hunger mehr hat?

Vielleicht führen aber auch folgende Gründe zur Appetitlosigkeit:

Falscher Napf

Einige Futternäpfe (besonders Plastiknäpfe) dünsten Gerüche aus, die für Deinen Hund sehr unangenehm sind.

Näpfe aus Plastik oder Metall können außerdem den Geschmack vom Futter beeinträchtigen.

Der Napf sollte vor jedem neuen Befüllen sauber gemacht werden und auf keinen Fall sollten sich darin Reste vom letzten Futter befinden.

Neues Futter liegt schwer im Magen

Wenn Deine Fellnase nach dem Fressen vom neuen Futter Verdauungsbeschwerden bekommt, wird er sich bei der nächsten Fütterung daran erinnern.

Er wird von diesem Futter nichts mehr fressen wollen, weil er davon wieder Bauchschmerzen befürchtet.

Futter schmeckt dem Hund nicht

Wie bei uns Menschen auch, schmeckt dem einen Hund dies und dem anderen Hund das.

Jeder hat seinen eigenen Geschmack und nicht jeder Hund mag Fisch oder Hühnchen.

Futterangebot zu hoch

Die auf den Futterverpackungen angegebenen Mengen sind meistens viel zu hoch berechnet.

Auf keinen Fall solltest Du mehr verfüttern als angegeben. Es könnte sein, dass Dein Hund noch von der Morgenration satt ist, wenn er abends sein Futter nicht anrührt. 

Überprüfe auch, ob es im Haushalt Personen gibt, die Deinem Hund heimlich Leckerlis oder Essensreste zustecken.

Zu viele Leckerlis

Die zwischendurch angebotenen Häppchen und Leckerlis haben meist sehr viele Kalorien.

Damit Dein Hund nicht zu dick wird und vor allem noch Appetit auf sein normales Futter hat, solltest Du damit sehr sparsam umgehen.

Heiße Sommertage

Bei sehr hohen Temperaturen hat auch der Hund weniger Appetit. Dafür trinkt er jetzt größere Mengen Wasser

An heißen Tagen verdirbt auch das Futter schneller im Napf und kann zur Futterverweigerung führen. Du solltest die Fütterung auf kühlere Tageszeiten verschieben.

Läufigkeit

Läufige Hündinnen haben hormonbedingt weniger Appetit.

Aber auch Rüden leiden in dieser Zeit an Appetitlosigkeit, wenn sie eine läufige Hündin wittern.

Nach einer Narkose keinen Appetit

Nach erfolgter Operation haben viele Hunde keinen Appetit und mögen nichts fressen.

Das ist ganz normal und hält nur kurze Zeit an. Nach einiger Zeit kommt der Appetit und der Hunger schnell zurück.

Alter Hund verweigert Futter

Im Alter fressen die meisten Hunde weniger als in jungen Jahren und das ist ganz normal.

Die Aktivität nimmt ab und es wird mehr geruht und geschlafen, dadurch sinkt der Energiebedarf.

Außerdem nimmt der Geschmackssinn und auch der Geruchssinn ab und das Futter verliert dadurch seinen Reiz. Dazu kommen noch Zahnprobleme beim alten Hund. 

Du kannst Deinem Hund helfen, indem Du das Trockenfutter einweichst und etwas erwärmst.

Verdorbenes Futter

Nicht nur Nassfutter sondern auch Trockenfutter kann verderben, verschimmeln und einfach schlecht werden. 

Wenn Dein Hund nach dem Öffnen einer neuen Verpackung nichts davon fressen will, solltest Du das Mindesthaltbarkeitsdatum überprüfen.

Außerdem solltest Du das Hundefutter immer in einem fest verschließbaren Behälter aufbewahren. Du könntest auch kleinere Packungen kaufen, die schneller aufgebraucht sind und somit nicht so schnell verderben können.

Psychische Ursachen, warum Dein Hund kein Hundefutter aber Leckerlis frisst

Hund verweigert sein Futter psychische Ursachen

Wenn Du glaubst, dass Dein Hund sein Futter wegen psychischen Problemen verweigert, könntest Du Dir Hilfe vom Verhaltenstherapeuten für Hunde holen oder auch einen Hundetrainer um Rat fragen.

Hund glaubt, dass sein Besitzer das Futter beansprucht

Es gibt Hunde, die glauben wenn sie vom Besitzer beim Fressen beobachtet werden, dass der Besitzer das Futter für sich beansprucht. 

Daraufhin sind sie derart verunsichert, dass sie nicht wissen, ob sie das Futter nun fressen dürfen.

Hier kannst Du Deinem Hund helfen, indem Du den Raum verlässt und ihm nicht beim Fressen zuguckst. Bei diesen Hunden ist es hilfreich wenn sie immer ungestört und ganz alleine fressen können.

Zuwendung durch Futterverweigerung

Besonders nach einer Krankheit versuchen Hundebesitzer ihren Hund wieder zum Fressen zu motivieren. Dadurch erfährt der Hund jetzt sehr viel Zuwendung und er verbindet diese erwünschte Zuwendung mit seiner Futterverweigerung.

Er glaubt, nur wenn er nichts oder nur ganz wenig frisst, bekommt er viel Zuwendung geschenkt.

Stress

Egal ob es ein Umgebungswechsel, ein neues Familienmitglied oder die Trennung von einem Familienmitglied oder Artgenossen ist, es bedeutet in jedem Fall Stress für den Hund. 

Das führt dazu, dass er keinen Appetit mehr hat und evtl. sein Futter verweigert. Sehr sensible Hunde erleben schon Stresssituationen wenn ihr Napf an einer anderen Stelle steht als gewohnt.

Hund wieder zum fressen bringen

Wann Du unbedingt zum Tierarzt gehen solltest

Ein Hund kann problemlos mehrere Tage ohne Futter überleben, aber ohne Wasseraufnahme kommt es sehr schnell zur Dehydration mit schwerwiegenden Gesundheitsstörungen, bis hin zum Tod.

Dein Hund verweigert Futter und Wasser? In diesem Fall solltest Du sofort den Tierarzt benachrichtigen!

Bei nachfolgenden Symptomen solltest Du Deinen Hund unverzüglich zum Tierarzt bringen. Auch wenn Du andere beunruhigende Symptome bemerkst oder Dir unsicher bist, solltest Du einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Hier gilt es: Besser einmal zu viel um Rat gefragt, als einmal zu wenig. 

Zahnschmerzen

Beim Welpen ist es der schmerzhafte Zahnwechsel und beim erwachsenen Hund sind es die Zahnschmerzen oder Zahnfleischentzündungen, die für Appetitlosigkeit sorgen. 

Der Hund hat jetzt beim Kauen Schmerzen und vermeidet das Fressen von Trockenfutter. Da Leckerlis meist schön weich sind, frisst er diese gern.

Du kannst Deinem Hund helfen, indem Du sein Trockenfutter einweichst oder ihm Dosenfutter anbietest.

Gehe möglichst bald mit Deinem pelzigen Freund zum Tierarzt, damit er nicht unnötig lange Schmerzen leiden muss.

Wegen Vergiftung keinen Appetit

Wenn der Hund erbricht, könnte es sich um eine Vergiftung handeln. Ihm ist übel und er hat keinen Appetit mehr. 

Wenn Du glaubst, dass er etwas Giftiges gefressen hat, solltest Du sofort den Tierarzt benachrichtigen!

Futterverweigerung wegen Darmverschluss

Bei einem Darmverschluss hat Dein Hund sehr starke Bauchschmerzen und will nichts fressen.

Wenn Dein Hund vergeblich versucht Kot abzusetzen und einen ganz harten Bauch hat, dann solltest Du an einen lebensbedrohlichen Darmverschluss denken.

Weitere Symptome sind Erbrechen, Würgereiz und Fieber. Treffen diese Symptome zu, musst Du mit Deinem Hund sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Wie Du Deinen Hund zum Fressen animierst

Wie Du Deinen Hund wieder zum normalen Fressen bringen kannst

Leckerli Diät

Zuallererst solltest Du Deinem pelzigen Freund für ein paar Tage keine Leckerlis mehr anbieten. In vielen Fällen reicht diese Taktik schon aus, um ihn wieder zum Fressen zu motivieren.

Leckerlis sollten prinzipiell eine besondere Belohnung für den Hund sein und nicht zur täglichen Gewohnheit werden.

Geregelte Futterzeiten

Du fütterst ihn morgens und abends möglichst zur gleichen Zeit. Frisst Dein Hund nach einer Viertelstunde immer noch nicht, dann stellst Du seinen Napf wieder weg

Wenn das Futter den ganzen Tag über zur Verfügung steht, verliert es schnell seinen Reiz.

Das wieder Wegnehmen vom Futter motiviert viele Hunde dazu, beim nächsten Mal das Futter zu fressen. Wenn Du seinen gefüllten Napf stehen lässt, versucht er evtl. Dich dazu zu bringen, ihm Leckerlis zu geben. 

Dein Hund ist intelligent und denkt: Falls das mit dem Leckerli nicht klappt, kann ich ja immer noch mein Futter fressen.

Futterwechsel

Du könntest ihm jetzt zur Abwechslung Dosenfutter anbieten. Wenn Du jedoch beim Trockenfutter bleiben möchtest, dann wird es dadurch noch problematischer

Dein Hund könnte sein Trockenfutter jetzt total verweigern und nur noch Dosenfutter fressen wollen. 

Es ist am besten, den Hund gar nicht erst auf einen anderen Geschmack zu bringen.

Auf keinen Fall solltest Du versuchen sein Futter mit Leberwurst oder ähnlichen Leckereien zu verfeinern und biete ihm auch keine Essensreste an. Damit ziehst Du Dir einen wählerischen Feinschmecker heran.

Marke / Geschmack wechseln

Versuche es doch mal mit einem anderen ausgewogenen Trockenfutter.

Wenn Du Deinen Hund mit Dosenfutter ernährst, könntest Du ihm auch mal eine andere Geschmacksrichtung oder eine andere Futtermarke anbieten. Zum Ausprobieren am besten erst mal nur eine kleine Tüte oder Dose kaufen. 

Das Verdauungssystem Deines Hundes wird am wenigsten beansprucht wenn Du bei der selben Marke bleibst und nur einen anderen Geschmack auswählst.

Artgerechte Ernährung

Oder Du stellst seine Ernährung gleich auf das artgerechte und gesunde BARFEN um. 

Über das Thema BARFEN haben wir hier einen ausführlichen Bericht für Dich geschrieben.

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