Wie kann ich meinem Hund das Betteln abgewöhnen?

Wie Du Deinem Hund das betteln abgewöhnen kannst – so funktioniert’s!

Geht es Dir auch so, dass Du Deinem Hund nichts abschlagen kannst, wenn er Dich mit treuherzigen Augen so bittend anguckt?

Dann bist Du in guter Gesellschaft, denn das schaffen sehr viele Hundebesitzer nicht.

Bei einigen Hunden wird die Bettelei jedoch mit der Zeit immer aufdringlicher und fordernder.

Manche Hunde werden dann sogar aggressiv, wenn sie nicht sofort etwas vom Essen abbekommen.
 
Dann ist meist der Zeitpunkt gekommen, wo überlegt wird:
„Wie kann ich dem Hund das Betteln abgewöhnen?“

Die Antwort darauf:
Du musst jetzt sehr konsequent und sehr standhaft sein. Immer. Keine Ausnahmen. Du darfst ihm nie wieder etwas vom Tisch geben. Wirklich NIE WIEDER!

Du brauchst auch sehr viel Geduld und Ausdauer, denn das Betteln um Futter ist beim Hund ein instinktives, angeborenes Verhalten.

Und nicht nur Du musst konsequent sein, auch der Besuch darf dem bettelnden Hund nichts mehr vom Tisch geben.

Schwieriger wird es bei den Kindern.

Wenn das Essen nicht schmeckt, wird es heimlich unter dem Tisch an den Hund verfüttert.

Und dem Hund schmeckt fast alles.

Wer kennt das nicht?

Wenn Du Deinem Hund das betteln am Tisch abgewöhnen möchtest, dann findest Du nachstehend alles, was Du darüber wissen solltest.
 
Wir erklären Dir warum der Hund bettelt und was das für Eure Beziehung bedeuten kann.

Außerdem geben wir Dir viele bewährte Tipps, wie Du Deine Fellnase dazu bringen kannst, nicht mehr zu betteln.

Warum bettelt mein Hund ständig?

Dass ein Hund bettelt, ist ein angeborenes Verhalten, welches noch von früheren Wolfszeiten herrührt.

Als Welpe im Wolfsrudel war er darauf angewiesen, dass ihm die ausgewachsenen Rudelmitglieder etwas von ihrer erlegten Beute abgaben.

Das Betteln war für ihn überlebenswichtig und so ist es auch heute noch.

Ein ca. drei Wochen alter Welpe springt an seiner Mutter hoch und leckt an ihren Mundwinkeln.

Das tut er in der Hoffnung, dass sie ihm ihr gefressenes Futter wieder hochwürgt und er es dann fressen kann.

Da er meist Geschwister hat, muss er schon auf sich aufmerksam machen, sonst wird er nicht satt.

Da Fressen auch beim erwachsenen Hund überlebenswichtig ist, behalten viele Hunde diese Bettelei auch nach dem Welpenalter bei.

Schnell und einfach dem Hund das Betteln abgewöhnen

Warum Du das betteln vom Hund nicht belohnen und tolerieren solltest

Hast Du einmal damit angefangen, auf das Betteln vom Hund einzugehen, dann wird er sich das Erfolgserlebnis merken und es immer wieder versuchen.

Es wird gewinselt, mit dem Schwanz gewedelt, Männchen gemacht, die Pfote bittend erhoben oder tief in die Augen geschaut.

Der Repertoire an Bettel-Taktiken unserer Hunde ist groß.
 
Aber so rührend das alles auch aussehen mag, es handelt sich hierbei auch um ein Machtspiel in der Rangordnung und das solltest Du unbedingt beachten.

Für den Hund sieht es nämlich so aus:
Er will etwas zum Fressen haben, fordert seinen Anteil vom Menschen.
Der Mensch gehorcht und gibt ihm das Geforderte.

Das könnte jetzt dazu führen, dass der Hund glaubt, er ist in seinem Rang aufgestiegen und nun der neue Rudelführer, denn der Mensch hat sich ja - aus Sicht des Hundes – untergeordnet und gehorcht.
 
Von nun an wird der Hund seinen Anteil um so heftiger fordern, weil er glaubt, dass er ihm zusteht.

Im schlimmsten Fall nimmt er sich einfach seinen Anteil.

Je nach Größe und Charakter des Hundes kann das zu großen Problemen führen und sollte mit klaren Regeln unterbunden werden.

Hund das betteln abgewöhnen – wie Du ihm dabei helfen kannst

Am einfachsten gelingt es, wenn Dein Hund schon als Welpe zu Dir gekommen ist und Du konsequent seine Bettelei ignoriert hast.

Aber auch bei älteren Hunden kannst Du mit viel Geduld, Ausdauer und Standhaftigkeit Erfolg haben.

Wenn Dein Hund am Tisch bettelt und Du ihm ein Stückchen Wurst abgibst, dann ist das ein großes Erfolgserlebnis für ihn.

Er begreift und merkt sich schnell, dass bei diesem Verhalten eine Belohnung in Form von Futter erfolgt.

Dein Hund hört erst dann mit der Bettelei auf, wenn er damit keinen Erfolg mehr hat.

Hier hilft nur eine ganz konsequente Erziehung, um dem Hund das Betteln abzutrainieren.

Fängst Du mit der Abgewöhnung an, wird Dein Hund in der ersten Zeit versuchen, Dich durch winseln, anstupsen, bellen oder hochspringen daran zu erinnern, dass seine Bettelei belohnt werden soll.

Doch jetzt musst Du ihn ignorieren und ihm kein Erfolgserlebnis zugestehen.
 
Wenn er beharrlich weiterhin bettelt, dann siehst Du ihn nicht an und sagst mit autoritärer Stimme: „NEIN!“

Dann schickst Du ihn auf seinen Hundeplatz und sagst: „BLEIB!“.

Gehorcht er und liegt dort entspannt, dann solltest Du ihn loben.

Gehorcht er nicht und bettelt weiterhin, dann solltest Du ihn aus dem Zimmer entfernen, so dass er draußen warten muss.
 
Dieses strenge Verhalten, so schwer es Dir auch fallen mag, zeigt Deinem Hund seinen Stand im Familien-Rudel und wird ihm nicht schaden.

Im Gegenteil, wenn Du ihm klare Grenzen setzt, dann gibt ihm das ein Gefühl der Sicherheit.
 
Auf keinen Fall darfst Du Deinen pelzigen Freund anschreien oder mit ihm schimpfen, denn es geht bei ihm nicht alleine um das Fressen.

Es geht ihm nämlich auch noch um Aufmerksamkeit und Beachtung und die hat er dann erreicht, wenn Du mit ihm schimpfst.
 
Dem Hund das betteln abgewöhnen funktioniert nur durch ignorieren, also nicht ansehen, nicht ansprechen und nicht anfassen.

Hund bettelt am Tisch abgewöhnen

Tipps & Tricks – wie Du Deinem Hund das betteln am Tisch abgewöhnen kannst

Je länger Dein Hund schon erfolgreich am Tisch gebettelt hat, um so schwieriger wird es mit dem Abgewöhnen.

Vielleicht können Dir nachfolgende Tipps dabei helfen, wieder in Ruhe am Tisch zu sitzen und ungestört essen zu können.

Standhaft bleiben - keine Ausnahmen

Du hast Dich dazu entschlossen, Deinem pelzigen Freund das Betteln am Tisch abzugewöhnen.

Nun musst Du hart sein und vor allem auch bleiben!

Hast Du es nämlich nach langer Zeit und mit sehr viel Geduld geschafft, dass er nicht mehr bettelt, bringt Euch nur eine einzige winzige Ausnahme wieder an den Start zurück.

Dann war alles umsonst und Dein Hund bettelt wieder genauso wie vorher.

Es darf also keine Ausnahme geben, denn Hunde verstehen Ausnahmen leider nicht.

Keine Pfoten auf dem Tisch erlauben

Wenn Dein Hund am Tisch bettelt und sich dazu mit den Vorderpfoten auf der Tischplatte abstützt, dann siehst Du ihn nicht an, sondern schiebst einfach seine Pfoten vom Tisch.

Dazu sagst Du streng: „NEIN!

Das musst Du nun solange wiederholen, bis er eingesehen hat, dass sein Verhalten keinen Erfolg bringt und nicht erwünscht ist.

Futter zukünftig nur noch aus dem Napf

Dein Hund sollte sämtliches Futter nur noch und zwar ausschließlich aus seinem Napf fressen dürfen.

Auch wenn etwas von Deinem Essen vom Tisch gefallen ist.

Du hebst es auf und legst es beiseite bis Du zu Ende gegessen hast.

Nach dem Abräumen legst Du das heruntergefallene Stück in seinen Napf.

Dein Hund wird bald begreifen, dass sich Bettelei nicht lohnt, weil er ja nur noch aus dem Napf fressen wird.

Hindernis zum Tisch aufbauen

Es kann auch hilfreich sein, dem Hund den Weg zum Tisch zu versperren, solange Du essen willst.

Dazu eignet sich ein Babygitter sehr gut, welches man in den Türrahmen klemmen kann.

Auf diese Weise kannst Du in Ruhe essen und Dein Hund kann trotzdem in Deiner Nähe bleiben.

Gemeinsame Essenszeit

Ein satter Hund bettelt meistens nicht, jedenfalls nicht so sehr.

Du könntest ihm immer zeitgleich sein Futter geben, wenn Du Deine Mahlzeit einnimmst. 

Eine andere Möglichkeit wäre, dass Du wartest bis er bettelt und ihm erst dann sein Futter in seinen Napf gibst.

Warten auf dem Hundeplatz

Sehr wirksam ist auch ein bequemer Platz für den Hund, in der Nähe des Esstisches.

Wenn Du essen möchtest, gibst Du ihm das Kommando „Hundeplatz“.

Im besten Fall gehorcht Dein Hundi und legt sich auf seinen Platz.

Die meisten Hunde werden jedoch versuchen, sich wieder anzuschleichen.

Dann sagst Du streng: „NEIN!“ Zeigst auf seinen Platz und schickst ihn wieder zurück.
 
Vielleicht musst Du ihn sogar eine Weile mit der Leine dort festbinden.

Nach einiger Zeit hat er dann aber begriffen, dass er solange auf seinem Platz bleiben muss, bis Du mit dem Essen fertig bist.

Wenn gar nichts hilft

Hat Dein Hund aber einen eher schwierigen Charakter und wird aggressiv, wenn er nichts vom Essen abbekommt, dann solltest Du einen erfahrenen Hundetrainer beauftragen.

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